Kommunizieren statt vorab fixieren

Kommunizieren statt vorab fixieren

8. Juni 2014 - Von Georg Kraus

Vor IT-Projekten kann meist niemand die Komplexität des geplanten IT-Systems in seiner ganzen Tiefe erfassen. Deshalb sollte die IT-Spezifikation ein dynamischer Prozess sein.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/06
In vielen Unternehmen wird die IT-Spezifikation als mühsame Pflicht betrachtet. Denn die alten Projekthasen wissen: Wenn man erst einmal mit dem Entwickeln des neuen Systems beginnt, kommt ohnehin vieles anders als geplant. Entsprechend bürokratisch wird diese Aufgabe oft erledigt, statt sie als dynamischen sowie interaktiven Prozess zu verstehen, an dessen Ende das von allen Beteiligten gewünschte oder benötigte IT-System entsteht.

Vertrauen aufbauen

IT-Spezifikation hat etwas mit Vertrauen zu tun – und zwar mit Vertrauen in die Lieferanten und dass diese verstehen, was die Fachabteilung wirklich braucht, sowie in die Fachabteilung und dass sie nicht mehr fordert, als sie bereit ist, zu investieren. Fehlt dieses Vertrauen, tendieren alle Beteiligten zum Sich-Absichern. Das manifestiert sich in Lastenheften mit Tausenden von Anforderungen, deren Nutzen fraglich ist.
Oft kennen sich zu Beginn des Spezifizierungsprozesses die Fachleute und die IT-ler noch nicht. Sie müssen sich erst finden und eine gemeinsame Sprache entwickeln, um Missverständnisse zu vermeiden. Das Grundprinzip, um Vertrauen zu schaffen, lautet: Klein anfangen und rasche Erfolge erzielen. Der Vorteil eines langsamen Starts ist: Die Arbeitsprozesse zwischen Fachabteilung und IT-Lieferant spielen sich ein. Und beide Seiten lernen die Bedürfnisse und Denkweise der jeweils anderen kennen. Das ist eine Voraussetzung für Vertrauen.
 
Seite 1 von 5

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER