Meierhans meint: Heiteres Wahrheitsraten mit Menschenkenntnissen

Meierhans meint: Heiteres Wahrheitsraten mit Menschenkenntnissen

11. Mai 2014 - von Daniel Meierhans
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/05
Neulich habe ich nach Jahren wieder einmal ein Wintersportgeschäft betreten. Die ältere Tochter wird in diesem Jahr vier. Ab nächstem Winter brauche ich also neue Ski, damit ich sie bei ihren ersten Pflugversuchen unterstützen und ab und an selber wieder die Hänge hinunterjagen kann. Nun bin ich nach eigener Einschätzung ein ziemlich guter Skifahrer, der sich einfach schon länger keine neuen Latten mehr kaufen musste. Die letzten hatte ich jeweils Bekannten abgekauft, die Skis testen. Jetzt musste ich erstmals seit über zehn Jahren selber auswählen und entscheiden. Internetrecherchen führten mich dabei nicht wirklich weiter. Gefühlte 1000 Marketingwortschöpfungen à la Power Rocker, Carboncover, Fusioncore, Hybridtech, Race Edge oder Bio-Logic und fast ebenso viele Tests mit dem Informationsgehalt eines besseren Horoskops liessen mich einigermassen ratlos zurück.

Unwissen wird teuer


Damit versetzte mich mein Skikauf in das gleiche Dilemma wie die IT. Auch für die Entscheidung über eine Support-Lösung bleiben mir im Wesentlichen nur zwei Möglichkeiten: Entweder anhand der Werbung heiteres Wahrheitsraten betreiben, oder einen Anbieter finden, der ehrlich Auskunft gibt und der vor allem auch versteht, was ich wirklich benötige. Auch wenn sich im zweiten Fall mit Menschenkenntnis einiges machen lässt, ohne eine gehörige Portion Glück komme ich so oder so nicht zum Ziel.
Was mich persönlich in einer solchen Situation noch mehr frustriert als der unweigerliche Zufallsfaktor ist die Tatsache, dass ich meinen Entscheid auch im Nachhinein kaum je sachlich beurteilen kann. Dafür müsste ich alle auch nur halbwegs in Frage kommenden Varianten ausführlich selber testen, was nur schon aus Zeitgründen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wie beim Skikauf kann ich allerdings meine Trefferquote auch in IT-Fragen erheblich erhöhen, wenn ich gewisse Randbedingungen beachte. Das eine ist sicher die eigene Urteilsfähigkeit. Ob ein Dienstleister oder Stellenkandidat ein Schwätzer ist, lässt sich ganz unabhängig von fachlichen Kriterien erfragen.
 
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