Vom Gehorsam zur Verantwortung

Vom Gehorsam zur Verantwortung

9. Februar 2014 - Von Hubert Hölzl

Mitarbeiter lassen sich immer weniger von Führungskräften führen, deren Autorität primär auf ihrer Position basiert. In vielen IT-Firmen braucht es daher einen Mentalitätswandel.
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/01
Für viele mittelständische IT-Unternehmen, aber auch IT-Bereiche von Firmen gilt: Im nächsten Jahrzehnt gehen viele ihrer Leistungsträger in den Ruhestand. Sie adäquat zu ersetzen, wird eine zentrale Herausforderung sein, da Hochschulabgänger sie meist nicht automatisch auf dem Monitor als potentielle Arbeitgeber haben.
Deshalb ist jetzt schon absehbar: Aufgrund des demographischen Wandels werden künftig einige Mittelständler ohne ausreichend qualifizierte Mitarbeiter dastehen. Zugleich rückt eine neue Generation junger Frauen und Männer nach, die zwar ebenfalls sehr leistungsorientiert ist, aber ein anderes Wertesystem als die ältere Mitarbeitergeneration hat. Für sie ist Arbeit zwar auch ein Instrument zur Existenzsicherung, doch nicht nur dies. Ihre Erwerbsarbeit soll auch befriedigend sein und ihnen Gestaltungsspielräume eröffnen. Auf diesen Mentalitätswandel ihrer Mitarbeiter müssen die Unternehmen sich einstellen. Ansonsten werden sie ihren Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nicht decken können – unter anderem, weil es ihnen nicht gelingt, diese langfristig an sich zu binden.

Moderne Führungskultur als Engpass


Im Wettbewerb um Talente spielt die Führung in den Unternehmen die zentrale Rolle. Nicht eine ausgefeilte Personalbeschaffung wird künftig der strategische Engpass sein, sondern eine moderne Führungskultur, die auf Kooperation und Verantwortung setzt.
Das stellt die aktuellen Führungsmodelle vieler Mittelständler in Frage. Denn in ihren Leitbildern wird zwar häufig ein kooperativer Führungsstil propagiert, die Führungsrealität sieht jedoch anders aus. In vielen mittelständischen IT-Unternehmen legitimiert die Führung ihre Autorität noch immer über ihren Erfahrungs- und Wissensvorsprung, ihre hierarchische Positionsmacht sowie Heldentaten der Vergangenheit. Und häufig erwartet die Führung von den Untergebenen primär Gehorsam. Doch nicht nur dies: Gute Führung wird von der Unternehmensleitung vielfach auch daran gemessen, wie die Mitarbeiter spuren. Mit einem solchen Führungsverständnis und -modell waren zahlreiche Mittelständler in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Das macht ein Umdenken in den Chefetagen schwierig.
 
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