Niklaus meint: Sind Open Sourcler bessere Menschen?

Niklaus meint: Sind Open Sourcler bessere Menschen?

9. Februar 2014 - Von Daniel Niklaus
Artikel erschienen in IT Magazine 2014/01
Was haben Vegetarier und Open Sourcler gemeinsam? In aktuellen Diskussionen könnte man meinen, es stehen bessere Menschen vor einem. Jeder Arbeitgeber, der noch Leute von der alten Closed-Source-Denkschule einstellt, verkenne die Überlegenheit einer neuen Generation von Entwicklern, heisst es. Open Sourcler sollen mehr Freude und Leidenschaft für das Coden mitbringen. Sie verstehen sich angeblich als Handwerker der Künste, während Closed Sourcler nur für den schnöden Mammon arbeiten. Und die Tatsache, dass der Quellcode offen liegt, führt wie von Zauberhand zu besserer Code-Qualität, wenn man Open Sourcler einstellt.
In einer Branche, in der die Menschen von aussen als nüchtern und langweilig beschrieben werden, werden schon seit jeher leidenschaftliche Grabenkriege geführt. Nach Motorola gegen Intel, Atari gegen Amiga, Microsoft gegen Apple und Linux gegen Windows geht es jetzt um den besseren Menschen. Open Source oder nicht Open Source. Guter Mensch oder Geldmensch.
Doch Halt! Ist alles Friede, Freude, Eierkuchen, wenn das Wort Open Source darauf steht? Im Gespräch mit befreundeten Internetagenturen, die vornehmlich auf Open Source setzen, kommt schnell zu Tage, dass es in erster Linie um das Kostensparen geht und weniger um die moralische Überlegenheit. Die Content-Management-Systeme Typo3 und Joomla kosten nun mal nix. Und wer im Netz nach den grossen Vorteilen von MySQL sucht, der findet schnell solche Aussagen: «Perhaps the greatest perk of this software is the fact that it’s free.» Das ist nicht schlimm, warum einem US-Unternehmen Geld in den Rachen werfen, wenn es genügend gute Alternativen gibt?
 
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