Sutters Bits & Bytes: Das Denken outsourcen

Sutters Bits & Bytes: Das Denken outsourcen

7. Dezember 2013 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/12
Fritz Sutter (Quelle: zVg)
Neue Entwicklungen in der Telekommunikation. Es gibt in der Schweiz 66‘000 Seiten an Landes- und Staatsvertragsrecht. Allein letztes Jahr kamen 7500 Seiten hinzu. Zuviel, meinen Sie? Zu wenig, meinen die Regulierungsmaschinisten. Dazu später mehr. Vorerst ein Blick über die Grenzen, auch dort gibt es Neues.
In Deutschland wird wegen Überregulierung zu wenig in Breitbandnetze investiert. Das ist nicht neu. Neu ist, dass der Steuerzahler jetzt mit noch mehr Geld eingreifen muss, damit die schnellen Netze gebaut werden. Der Breitbandausbau soll jedes Jahr mit einer Milliarde Euro subventioniert werden. Statt Marktfesseln zu lockern, wird die Dosis staatlicher Fördermittel-Medizin weiter erhöht.
Zur EU: Sie wollte sich bis ins Jahr 2010 zum «wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wissens-basierten Wirtschaftsraum der Welt» entwickeln. Diese sogenannte Lissabon-Strategie ist grandios gescheitert. Zu viel Staat und zu viel Mikromanagement. Ob Sie es glauben oder nicht: Soeben normierten die EU-Wahnsinnigen nach jahrelangen Prüfungen WCs und Urinale (14 Seiten, Aktenzeichen C (2013) 7317). Derzeit sind sie beim Mobilfunk-Roaming zugange. Man will die Preise planwirtschaftlich nivellieren. Ablenkungsmanöver statt Lösen der echten EU-Probleme. Quasi strafloses Werfen von Nebelpetarden. Eignet sich perfekt für Medienkonferenzen. Die «NZZ» bezeichnet dies als «Barrosos PR-Show» und befand, dass die «im Gewand des Verbraucherschutzes daherkommenden Vorhaben sich als Pyrrhussieg erweisen könnten». Vielen europäischen Anbietern fehlen nämlich schon heute die finanziellen Mittel, um die Netz-Infrastrukturen voranzutreiben.
 
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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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