Sauberes Vertragsmanagement

Sauberes Vertragsmanagement

9. November 2013 - Von Eric Scherer

Die Business-Software-Vielfalt macht die Rechte und Pflichten von Auftraggeber und -nehmer immer komplexer. Ein sauberes Vertragsmanagement ist daher unverzichtbar.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/11
Unternehmen sollten das Vertragsmanagement frühzeitig angehen. (Quelle: iStock Photo)
In den letzten Jahren hat sich das Angebot rund um Business Software erheblich weiterentwickelt. Neben immer umfassenderen Funktionalitäten gibt es in allen Aspekten von Business-Software-Systemen immer mehr Optionen, aber auch Partnerprodukte. Aus der klassischen Vision des «All in One»-Systemkonzepts ist die «Business Suite»-Realität entstanden, bei der in aller Regel mehr als ein System zur Lösung eingesetzt werden. Daraus resultiert eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten, die sich für die Kunden an erster Stelle als Fortschritt und Vorteil präsentieren. Sie erlauben es, standardisierte Systeme mit einer grossen Individualität und gut angepasst an die Bedürfnisse des Anwenderunternehmens einzuführen und zu betreiben und gleichzeitig die Vorteile von Standardsoftware zu nutzen. Die Vielfalt an Optionen bringt es aber auch mit sich, dass die Rechte und Pflichten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer immer undurchschaubarer und komplexer werden. Jene werden in der Regel durch Verträge oder vertragsähnliche Kon­strukte geregelt. Vertragsmanagement fristet im Rahmen der IT-Governance jedoch eher ein Nischendasein und wird von grobschlächtigen Annahmen und einer eher oberflächlichen Behandlung beherrscht.

Vertrag kommt von vertragen

Rein statistisch gesehen scheitern Business-Software-Projekte noch immer viel zu häufig und dies, obwohl in den letzten zehn Jahren sowohl die angebotenen Systeme als auch die Beratungsdienstleistung immer besser geworden sind. Zentrales Problem sind aber die unterschiedlichen Erwartungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, die nicht sauber geklärt werden und sich in den entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen nicht wiederfinden. Da die Erwartungen nicht sauber geklärt sind, im Englischen spricht man vom «Management of Expectations», sind häufig auch die Eskalationsmechanismen und -praktiken in Projekten schlecht ausgeprägt. In der Regel wird eine gewisse Missstimmung im Projekt als Unwohlsein abgetan und viel zu lange toleriert. Wenn es dann überhaupt nicht mehr geht, wird nach Rechtsanwälten gerufen, die häufig von den Feinheiten der täglichen Projektarbeit überfordert sind und mit klassischen, juristischen Geschützen agieren. Wo liegen also die Probleme bei den üblichen Verträgen rund um Business-Software-Projekte und mit welchen Ansätzen kann man die Situation verbessern?
 
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