Editorial: 2013 oder das Jahr, in dem Apple (für mich) starb

Editorial: 2013 oder das Jahr, in dem Apple (für mich) starb

6. Oktober 2013 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/10
(Quelle: SITM)
Nokia sei eine Erinnerung daran, was passiere, wenn man in der Technologiebranche nicht innovativ sei, erklärte Tim Cook jüngst in einem Interview. Angesichts dieses Bewusstseins, das bei Apple vorhanden ist, wundert man sich schon, was sich Mr. Cook und Co. dabei gedacht haben, das ein Jahr alte iPhone 5 zu nehmen, es in eine farbige Plastikhülle zu stecken, und es der Welt dann als brandneues iPhone 5C zu verkaufen.
Doch ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass Apple Gefahr läuft, wie Nokia quasi von der Landkarte der relevanten Technologiehersteller zu verschwinden und dann von Microsoft gekauft zu werden. Ich glaube aber, dass es Apple sich nicht lei-sten kann, gewisse Geschäftsgebaren an den Tag zu legen, die man von Apple schlicht nicht erwartet. Ich persönlich war noch nie ein Apple-Jünger, aber ich habe einige Apple-Produkte über die letzten Jahre mit Enthusiasmus genutzt und sie innig geliebt – iTunes zum Beispiel, und natürlich mein iPhone. Doch in diesem Jahr hat mir Apple den Spass an seinen Produkten weitgehend genommen. Drei kurze Episoden:
Ich habe Anfang dieses Jahres meinen Heimrechner ersetzt. Dabei musste ich auch meine fein säuberlich in iTunes organisierte Musiksammlung zügeln. Haben Sie schon einmal probiert, iTunes auf einen neuen Rechner mitzunehmen? Vor allem dann, wenn Sie sich die Frechheit erlaubt haben, eine eigene Ordnerstruktur anzulegen? Ich sage nur soviel: Viel Spass damit! Mich hat die Zügelaktion an den Rande des Wahnsinns getrieben und mich letztlich dazu gezwungen, eine Dritthersteller-Software zu kaufen, um das Projekt zumindest einigermassen stemmen zu können.
Einige Monate später hat mein iPhone 5 – berufsbedingt war ich ein Early Adopter – zu zicken begonnen. Einer der zwei Haupt-Buttons wollte nicht mehr so, wie ich gern wollte. Ein Besuch im Apple Store in Zürich (und etwas Recherche mit Google) haben dann offenbart, dass ich mit dem Problem längst nicht alleine war. Offenbar hat Apple massive Probleme mit der ersten Serie des iPhone 5 und musste bereits Geräte zu Tausenden austauschen.
Schwerfällige, unflexible und anwenderfeindliche Software sowie defektanfällige Hardware? Solches würde man von vielen Unternehmen aus unserer Branche erwarten, aber sicher nicht von Apple.
 
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Kommentare

Mittwoch, 9. Oktober 2013 Jean Michel
Bravo, besser kann man es nicht sagen - für mich galt schon immer: "i-Verweigerer, ich waiss worum"

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