Niklaus meint: Fängt Microsoft an zu tanzen?

Niklaus meint: Fängt Microsoft an zu tanzen?

6. Juli 2013 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/07
Microsoft war gefürchtet. Was der Software-Riese aus Redmond machte, konnte Schockwellen im Markt auslösen. Nachdem man in den 90er IBM vom Thron stürzte, regierte Microsoft die IT-Welt nach Belieben. Word Perfect? Weggefegt. Netscape? Vom Markt ausradiert. Apple? Das Motto lautete: «Den lieben Leuten helfen wir mit einem Notgroschen.» Microsoft diktierte den Hardware-Herstellern die Preise, zeigte, wo es in der Software-Entwicklung lang geht und baute eine unglaubliche Geld­maschine. Ein Monster, das jeden Mitbewerber frass, der sich ihm in den Weg stellte. Und heute? Microsoft verdient zwar massig Geld, aber Angst hat niemand mehr vor dem Riesen aus Redmond. Den Takt geben heute Firmen wie Apple, Google, Facebook und Amazon an.
Schaut man sich den aus Redmond schön geredeten Flop rund um Windows 8 an, könnte man Mitleid mit der einst unangefochtenen Nummer 1 bekommen. Microsoft ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Von allen Seiten wird das Unternehmen unter Druck gesetzt. Ob Open-Source-Alternativen Microsoft Marktanteile abjagt oder Google auf dem Handy der Betriebssystem-König ist: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Doch halt. In der Computerwelt findet erneut ein Wechsel statt. Unter dem Schlagwort IaaS (Infrastructure as a Service) buhlen Anbieter darum, in Zukunft nicht mehr Festplatten, CPUs, Rechner und Betriebssysteme zu verkaufen, sondern Infrastruktur als Service anzubieten. Abgerechnet wird nicht mehr, was man kauft, sondern was man braucht. Wer am Wochenende keine Rechen-Power benötigt, bezahlt keine, und wer in Spitzenzeiten kurzfristig 10 Mal mehr Leistung benötigt, schaltet diese per Knopfdruck dazu.
In diesem Markt hat sich Amazon einen Namen gemacht. Unter Amazon EC2 bietet der Online-Händler seit Jahren Computerleistung nach Bedarf an. Einige der erfolgreichsten Start-ups wie Airbnb, Insta­gram und Pinterest bauen heute keine eigene Infrastruktur mehr auf. Stattdessen nutzen sie Services on Demand. Und vermehrt setzen auch kleinere Firmen auf diesen Trend. Nicht Windows-Server werden gekauft, sondern nur die effektive Leistung wird aus der Cloud bezogen. Für Microsoft eine gefährliche Entwicklung, denn was bleibt von Microsoft noch übrig, wenn sie nicht einmal mehr Exchange, SQL Server und Windows verkaufen können?
 
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