Dedicated Hosting versus IaaS

Dedicated Hosting versus IaaS

6. Juli 2013 - Von Steven Henzen

Früher wurde die IT-Infrastruktur vor allem über dediziertes Hosting bezogen. Heute nimmt die Verbreitung von Infra-struktur als Service zu. Doch wo liegen die Unterschiede?
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/07
Während dediziertes Hosting eher träge ist, kann bei IaaS Systemleistung flexibel bezogen werden. (Quelle: T-Systems)
Rechnerressourcen sind das Rückgrat der Informatik in den Unternehmen. Doch die Vielfalt an Möglichkeiten, Netze, Server, Speichersysteme, Anwendungen oder Dienste zu beziehen, sie zu managen und für die konkreten Bedürfnisse im Unternehmen optimal zu nutzen, stellt die Verantwortlichen vor grosse Herausforderungen. Denn die Auswahl an Bezugsmodellen für die IT-Infrastruktur ist gross: dediziert oder shared, als Hosted Services oder aus der Cloud. Welches Modell passt für welchen Anwendungsfall?
Beim Dedicated Hosting erhält der Kunde einen ihm zugeordneten Service vom Provider. Dieser Service kann standardisiert oder auch individuell massgeschneidert für den Kunden gestaltet sein. Sein Bezug ist in der Regel mit einer vorab definierten Laufzeit und dementsprechend fixen Kosten verbunden. Dem gegenüber steht das Delivery-Modell von Infrastrukturleistungen aus der Cloud, die Infrastructures as a Service (IaaS). Diese Form der Beschaffung kennt keine Laufzeiten und fixen Kosten mehr. Die Anwender klicken sich ihre Service-Pakete auf den verschiedenen Anbieterportalen selbst zusammen und rechnen nur die Services ab, die sie auch in Anspruch genommen haben. Doch auch in der IT ist die Welt nicht einfach nur schwarz oder weiss: Je nach Mass der Involvierung des Infrastruktur-Dienstleisters beispielsweise gibt es zahlreiche Abstufungen in den Bezugsmodellen.
So unterscheidet man bei der Fertigungstiefe von Dedicated Hosting zwischen managed und unmanaged. Beim Dedicated Managed Hosting geht die Verantwortung für den Betrieb der Services auf den Provider über. Kunde und Provider handeln Service Level Agreements (SLAs) aus, in denen Performance, Verfügbarkeit oder Support-Leistungen definiert werden. Unmanaged Dedicated Hosting Services sind hingegen Roh-Services, die in der Eigenverantwortung des Kunden liegen. Dazu gehört etwa der Bezug eines Root-Servers mit uneingeschränkten Zugriffsrechten. Der Kunde ist für die Verwaltung des Betriebssystems und den Betrieb der Applikationen selbst zuständig.

Sicher, aber träge und teuer


Die Vorteile des herkömmlichen Bezugsmodells «Dedicated Hosting von Rechnerressourcen» liegen in der Zuverlässigkeit und Sicherheit. Die dedizierte IT-Umgebung gehört nur einem Kunden, die Ausfallsicherheit ist dank der professionellen Leistungserbringung hoch und die Daten liegen geschützt an einem eindeutig zugewiesenen Ort. Was auf der einen Seite Zuverlässigkeit und Individualität gewährleistet, schlägt sich auf der anderen in einer relativen Trägheit und in hohen Kosten nieder. Kein Kunde kann zum Bestellzeitpunkt die benötigten Kapazitäten punktgenau abschätzen und kein Business läuft so vorhersagbar und stabil, dass es nicht Irritationen in der Nutzung und Peaks in der Auslastung gäbe. Hinzu kommt, dass die Leistungsverträge mit dem Provider oftmals kein Downgrade zulassen, sondern nur das Hinzubuchen von Leistungen. Werden die dedizierten IT-Umgebungen auf die maximal zu erwartende Auslastung ausgelegt, sind sie in der Regel für das normale Daily Business, – das erfahrungsgemäss mehr als 95 Prozent der Zeit ausmacht – völlig überdimensioniert und damit auch zu teuer. Ein Dedicated Hosting in dieser klassischen Form empfiehlt sich somit für Anwendungsfälle, bei denen regulatorische Anforderungen oder Vorschriften kein anderes Modell erlauben, wenn zum Beispiel aus Compliance-Gründen keine Shared Services und keine Virtualisierung gestattet sind. Des weiteren empfiehlt sich ein Einsatz, wenn aus Kundensicht eine gegenseitige Beeinflussung von verschiedenen Services ausgeschlossen werden muss.
 
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