«Viel zu oft folgt man Versprechungen von Tool-Herstellern»

«Viel zu oft folgt man Versprechungen von Tool-Herstellern»

4. Mai 2013 - Von Jiri Lundak

Mit seinem Thema «Architektur ohne Architekten» dürfte Erik Dörnenburg an der diesjährigen Lean Agile Scrum Konferenz von swissICT provozieren. Der Softwareentwickler, Berater und Autor im Gespräch über Architekten, Kontrolle und Vereinfachung von Visualisierung von Architekturen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/05
Erik Dörnenburg (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Die Lean Agile Scrum Konferenz 2013 verspricht interessante Einblicke ins Spannungsfeld zwischen den Ansprüchen von agilen Methoden und ihrer Umsetzung in der Praxis. Als Keynote-Speaker wird Erik Dörnenburg, Head of Technology bei ThoughtWorks, seinen technischen Fokus einbringen.

swissICT Magazine: Deine Keynote trägt den Titel «Architektur ohne Architekten». Müssen sie fürchten, mit dem Einzug agiler Vorgehensweise überflüssig zu werden?
Erik Dörnenburg:
Nein. Allerdings verstehe ich die Rolle des Architekten anders als dies landläufig der Fall ist. Diese Rolle muss nicht unbedingt ausserhalb eines Teams angeordnet sein. Jeder erfahrene Entwickler kann den Architektenhut anziehen.
Darf ein Team autonom Architekturentscheidungen treffen?
Ja. Voraussetzung dafür ist ein gemeinsames Architekturverständnis. Erfahrene Entwickler eines Teams werden sich koordinieren, damit durch kontrollierte Experimente Annahmen verifiziert und architekturelle Veränderungen effizient durchgeführt werden können. Kollektive Code-Hoheit ist eine notwendige Grundlage, um informierte und verteilte Entscheidungen herbeiführen zu können. Unter diesen Gegebenheiten ist eine zentrale Kontrolle nicht zwingend nötig.

Du setzt dich für «einfache Architektur» ein. Was verstehst Du darunter?
Dies ist eine Architektur, die dem eigentlichen Zweck dient: ein Problem mit Software zu lösen, ohne sich zu verselbstständigen. Viel zu oft wird eine Architektur zum Selbstzweck. Das Ergebnis sind übertriebene Architekturen, die nicht das eigentliche Probleme lösen, sondern eher neue schaffen.
 
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