Home Office: Fluch oder Segen?

Home Office: Fluch oder Segen?

(Quelle: iStock Photo)
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4. Mai 2013 - Von Fabian Etter

Die Debatte um Home Office ist neu lanciert – spätestens seit Marissa Mayer, Chefin von Yahoo, ihren Mitarbeitenden Home Office verboten hat. Von zu Hause aus arbeiten ist bei vielen Grossunternehmen bereits salonfähig und wird auch bei kleineren Betrieben immer mehr als spannendes Modell für zufriedenere und effizientere Mitarbeitende gesehen, welches gleichzeitig die Umwelt entlastet. Einige grundsätzliche Überlegungen können den Schritt zum mobilen Büro erleichtern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/05
Berufs- und Alltagsleben voneinander getrennt zu halten, war früher einfacher als heute: Die Arbeit war an einen fixen Ort gebunden, und mit dem Verlassen des Büros endete der Arbeitstag. Mit den neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten können berufliche Tätigkeiten heute ortsunabhängig erledigt werden und ausserhalb der Büroräume geschehen – egal ob unterwegs oder zu Hause. Die Grenzen zwischen Berufs- und Alltagsleben verschwimmen, das Büro wird mobil. So könnte rein theoretisch auch vom Küchentisch aus eine E-Mail beantwortet oder auf der Terrasse ein Kommunikations-Konzept erstellt werden. Dieser Strukturwandel vom fixen zum mobilen Arbeiten braucht aber nicht nur ein Umdenken seitens der Arbeitnehmenden, sondern stellt auch einige Anforderungen an den Arbeitgeber. Gefragt sind klare Richtlinien und eine auf das Unternehmen ausgerichtete Infrastruktur.

Erste Vorabklärungen und klare Kommunikation


Das Thema Home Office ist omnipräsent: Es vergeht fast kein Tag, an dem keine neue Studie, kein Fachartikel und kein Statement zum Thema in den Medien erscheint – wie vor kurzem dasjenige von Marissa Mayer, Chefin von Yahoo. Sie hat gemäss Medienberichten ihre Mitarbeitenden wieder zurück ins Büro beordert, da Home Office die Innovationskraft einschränke. Zudem würden Geschwindigkeit und Produktivität leiden. Die unterschiedlichen Berichte zeigen, dass es keine allgemein gültigen Richtlinien oder Empfehlungen gibt, die für oder gegen Home Office sprechen. Jedes Unternehmen muss individuell entscheiden, ob mobiles Arbeiten in der eigenen Unternehmung zielführend ist und die jeweiligen Aufgaben ortunabhängig erledigt werden können. Was für konzeptionelle und strategische Arbeiten passend sein kann, muss für Team­arbeiten nicht zutreffen. Die einen Tätigkeiten erfordern allerhöchste Konzentration und Ruhe, andere wiederum können nur im direkten Austausch in der Gruppe zustande kommen. Unumstritten ist aber, dass dank Home Office die Umwelt entlastet wird.
Bereits heute haben in der Schweiz 11 Prozent der arbeitenden Bevölkerung das Potential, einen Tag in der Woche zu Hause zu arbeiten. Dadurch könnte der Pendlerverkehr in den Spitzenzeiten um 450’000 Personen pro Woche reduziert werden. Dies würde jährlich eine Einsparung von 67’000 Tonnen CO2 bedeuten. Neben der ersten Überlegung, ob sich die firmeninternen Aufgaben für ortsunabhängiges Arbeiten eignen, gilt es als Arbeitgeber auch klar Stellung für oder gegen mobiles Arbeiten zu beziehen und die Einstellung der Mitarbeitenden dabei zu berücksichtigen. Unabhängig davon, ob für oder gegen Home Office: Die Entscheidung muss transparent kommuniziert und konsequent gelebt werden. So wird den Mitarbeitern Orientierung gegeben und Unklarheiten sowie unnötigen Diskussionen werden vorgebeugt.
 
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Kommentare

Freitag, 10. Mai 2013 Solin
...eine Aspekt, der gerne vergessen wird ist die Versicherung. Deckt die Versicherung auch die selben Leistungen ab, die beim Büroaltag selbstverständlich sind? ...was ist, wenn ich mir wärend des "Home office" verunfalle. ...was, wenn meine private "Infrastruktur" wärend der Arbeitszeit Schaden nimmt... Wer zahlt, was meint die Versicherung dazu... der Arbeitgeber mag da noch kulant sein, aber die Versicherung sieht dies vielleicht anderst. ...und wer erkältet ist, wird beim Home Office meist noch arbeiten, wärend er im Büroalltag meist zuhause bleiben würde. Wer schlussendlich dabei gewinnt oder verliert muss man sich vorab gut überlegen.

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