Software-Eldorado oder neuer IT-Hype?

Software-Eldorado oder neuer IT-Hype?

6. April 2013 - Von Christof Zogg

Seit der Lancierung des ersten integrierten Stores für Smartphone-Apps läuft das App-Business wie geschmiert. Mittlerweile ist eine eigentliche App-Industrie entstanden, die Milliardenumsätze und traumhafte Wachstumsraten erzielt. Doch wie nachhaltig ist der Erfolg der Appconomy und wer sind die Gewinner und die Verlierer im neuesten Software-Goldrausch?
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/04
(Quelle: iStock Photo)
Im Juni 2007 hat Apple das iPhone samt dem für dessen Erfolg unabdingbaren App Store lanciert. Das App-Konzept wurde von den Endanwendern sofort verstanden, geschätzt und intensiv genutzt. Rund fünf Jahre später, am 9. Mai 2012, vermeldet die finnische App-Produzentin Rovio Entertainment, dass ihr Blockbuster Angry Birds mittlerweile über eine Milliarde Mal gekauft und heruntergeladen worden ist. Diese unglaubliche Erfolgsgeschichte steht stellvertretend für die Appconomy – das Geschäft mit dem Verkauf von Apps mittels eines ins jeweilige Betriebssystem integrierten Online-Marktplatzes.
Doch wie immer bei solchen Erfolgsstories fragt sich der geschichtskundige Leser sofort: Ist dieser Erfolg nachhaltig und die Appconomy gewissermassen das neue Software-Eldorado? Oder handelt es sich hierbei um einen weiteren IT-Hype, also eine Blase, die mittelfristig so unvermeidlich platzen wird, wie das die Internet-Bubble nach der Jahrtausendwende tat?


Es herrscht Goldgräberstimmung


Für Rovio Entertainment jedenfalls hat sich die Appconomy bisher gelohnt. Der 2003 von drei finnischen Studenten gegründete App-Publisher erreichte dank dem durchschlagenden Erfolg von Angry Birds & Co. bereits 2011 einen Umsatz von 106 Millionen Dollar, ein Betrag, der nach Schätzungen des «Wall Street Journal» 2012 bereits auf fast 200 Millionen Dollar gesteigert werden konnte. Mittlerweile stammt ein schöner Teil der Umsätze nicht mehr bloss aus dem App-Verkauf, sondern aus dem Geschäft mit Merchandising-Artikeln. Kaum ein Kinderzimmer-Gegenstand vom Knuddel-Kissen bis hin zum Bettanzug mit Kugelvogel-Motiv wird vom ornithologischen App-Sujet verschont. Und mittlerweile werden selbst real existierende Amseln, Raben und Elstern von unseren Kindern als böse Vögel tituliert.
Aber auch sonst erlebt die Appconomy aktuell bullische Zeiten. So werden gemäss Gartner die weltweiten Umsätze mit Apps bereits 2013 auf rekordhohe 25 Milliarden Dollar anschwellen, was sich auch im App-Konsumverhalten niederschlägt. Bereits heute verbringt gemäss Flurry Analytics der durchschnittliche Smartphone-User in den USA pro Tag rund zwei Stunden mit der Nutzung seiner Apps. Das ist mehr Zeit als er im Web surft. Apps werden damit gemessen an der zeitlichen Nutzung zum zweitbeliebtesten Medium und nähern sich dem in den USA bislang unangefochtenen Aufmerksamkeits-Krösus Fernsehkonsum an.
 
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