Veränderte Kernkompetenzen des künftigen IT-Managers

Veränderte Kernkompetenzen des künftigen IT-Managers

6. April 2013 - Von Martin Andenmatten

Der «War of Talents», titelte schon 2010 die Handelszeitung, tobt unerbittlich. Die Talente müssen immer mehr im Ausland gesucht werden, weil die heimischen Talentschmieden zu wenig Spezialisten produzieren – oder vielleicht die falschen?
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/04
Die IT-Manager der Zukunft sind auf allen Stufen fachlich gefordert. (Quelle: Swiss ICT Magazin)
In der Informatik ist dieses Phänomen auch schon seit längerem bekannt. Eine von ICT-Berufsbildung Schweiz im Jahr 2012 in Auftrag gegebene Studie zur «ICT-Fachkräftesituation und Bildungsbedarfsprognose 2020» kam zu dem Schluss, dass bis zum Jahr 2020 ein zusätzlicher Rekrutierungsbedarf von 72‘500 ICT-Fachkräften besteht. Eine weitere interessante Erkenntnis aus der Studie ist zudem, dass nur etwa ein Drittel der Informatiker im eigentlichen ICT-Sektor tätig ist. Die restlichen zwei Drittel verteilen sich auf alle übrigen Branchen, auf die Corporate-ITs der Banken, Versicherungen, Handel, Industrie, Pharma oder öffentliche Verwaltungen.
Wenn sich nun die IT-Industrialisierung so weiter entwickelt, dass die Technologie immer mehr von professionellen Sourcing-Partnern oder Cloud-Anbietern bezogen wird, wird ein Grossteil dieser zwei Drittel der heutigen Informatiker früher oder später vor die Wahl gestellt, zu einem externen Service-Provider zu wechseln, oder eine etwas weniger technologie-orientierte Tätigkeit im Unternehmen zu übernehmen. Intern wird es immer weniger zum Betreiben oder zum Entwickeln geben. Es werden mit Sicherheit auch weiterhin interne IT Experten benötigt. Diese werden jedoch mehr auf die Schnittstelle zwischen Business und den externen Service Providern fokussieren und so die IT-Bedürfnisse und deren Erfüllung koordinieren und sicherstellen.

Anstelle einer funktionsorientierten und auf Projekt-abwicklung fokussierten Organisation wird eine Service Organisation gebraucht, welche die Qualität und Sicherheit der vom Business erwarteten IT Leistungen permanent sicherstellt. Die IT-Manager der Zukunft sind auf allen Stufen fachlich gefordert:
Auf der Stufe Governance der Unternehmens-IT sorgen die IT Manager dafür, dass die Kundenziele erreicht werden, indem die dazu benötigten IT-Services zuverlässig, risikobewusst und wirtschaftlich vertretbar bereitgestellt werden. Sie richten die IT-Governance konsequent auf die Unternehmens-Governance aus und gewährleisten die Einhaltung aller Anforderungen an die Compliance und Unternehmenssicherheit. Mit geschickter Sourcing-Strategie stellen sie sicher, dass die benötigten IT-Services jederzeit optimal erbracht werden und die dafür notwendigen Kapazitäten immer zur Verfügung stehen.

Auf der Stufe Management der Unternehmens-IT wird sichergestellt, dass die IT-Services den vereinbarten Nutzen erzielen und einen messbaren Mehrwert für die Kunden liefern. Sie sorgen für die Entwicklung und Umsetzung gemanagter Prozesse für Planung, Design, Betrieb und kontinuierliche Verbesserung innerhalb der IT-Organisation. Sie synchronisieren die IT-Architektur mit den betrieblichen Anforderungen des Business und verwalten die dazu benötigten Assets.
 
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