Die Reise in die Cloud

Die Reise in die Cloud

3. Juni 2012 - Von Marco Kündig

Der Schweizer Cloudmarkt ist in Bewegung. Was vor gut zehn Jahren mit ersten Konsolidierungs- und Virtualisierungsschritten begann, ist heute ein Markt mit ganz unterschiedlichen Anbietern – vom Hardwareriesen bis zur Kantonsverwaltung. Mit Dienstleistungen wie Gmail oder Doodle nutzt in der Schweiz praktisch jeder die Cloud – häufig ohne es zu merken. Während KMU und der öffentliche Sektor zu den besonders dynamischen Nutzern zählen, sind Grossunternehmen eher zurückhaltend.
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/06
Marco Kündig (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Zahlreiche Unternehmen in der Schweiz haben vor gut zehn Jahren mit ersten Konsolidierungsschritten die Reise in die Cloud begonnen und konsolidierten einzelne Serverräume in grösseren Rechenzentren. Ein paar Jahre später wagten sie mit der Virtualisierung den nächsten Schritt in die Cloud. Sie legten die zahlreichen physischen Server zusammen, virtualisierten sie auf dem Betriebssystem-Layer und erreichten mit einer Virtualisierungssoftware, einem sogenannten Hypervisor, bessere Verfügbarkeit und Hardware-Unabhängigkeit. Die Virtualisierung beschränkte sich aber nicht auf das Betriebssystem, sondern umfasste auch Netzwerke, Datenspeicher und Netzwerkdienstleistungen. Umfragen zeigen, dass Schweizer Unternehmen inzwischen einen Virtualisierungsgrad von gegen 50 Prozent erreichen und damit nicht nur ihre Effizienz steigern, sondern auch ihre Platz- und Stromprobleme in den Griff bekommen haben. Mit der Virtualisierung von Servern ist die Reise in die Cloud aber noch nicht abgeschlossen. Dazu sind genaue Servicespezifikationen, Self-Service-Portale und eine benutzungsabhängige Verrechnung nötig.
Die Reise in die Cloud ist nicht ohne Hindernisse. Die Transitionsphase dauert zwar in der Regel nicht lange, weil sich die technischen Arbeiten in Grenzen halten. Dafür sind die Anpassungen der Businessprozesse nicht zu unterschätzen, denn dabei unterstützt der Cloudanbieter seine Kunden in der Regel nicht. Der Schweizer Fachverband für Cloudcomputing EuroCloud Swiss hat deshalb einen Leitfaden mit Checkliste erstellt, der die wichtigsten Schritte zusammenfasst.
Marco Kündig (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Das Layermodell zeigt die verschiedenen Virtualisierungsschichten. (Quelle: Swiss ICT Magazin)
Zu den zentralen Kennzeichen einer Cloud zählen der Self-Service, das Usage-Based Billing und ihre Agilität. (Quelle: Swiss ICT Magazin)


Trend in Richtung Applikations- und Speichervirtualisierung

Untersuchungen prognostizieren die Applikationsvirtualisierung als nächsten grossen Cloudtrend. Sie wird es ermöglichen, Hardware, Betriebssystem und Applikation getrennt voneinander auszutauschen. Dies ist sinnvoll, weil Applikationen einen längeren Lebenszyklus haben als das zugrundeliegende Betriebssystem und die Hardware. Zudem lässt sich mit virtuellen Applikationen einfach Rechenleistung dazu schalten und die Komplexität bei Softwareprojekten verringern.
Ein weiterer Trend ist die Virtualisierung der Speichersysteme. Sie ermöglicht es, Daten system- und ortsunabhängig abzulegen. Den Serversystemen werden virtuelle Datenspeicher präsentiert, die über geeignete Datennetzwerke mit den physischen Systemen verbunden sind. Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass sie unabhängig von teuren Speichersystemen funktioniert, da sich den Serverressourcen einfach und rasch unterschiedliche Speicher zuweisen lassen.
 
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