Internetzugang als Basis für den Geschäftserfolg

Betrieb einer eigenen Webseite, Kommunikationslösungen aus der Cloud oder unterwegs arbeiten: Unternehmen sind heute auf eine zuverlässige und sichere Internetverbindung mit hoher Bandbreite angewiesen. Die Anforderungen an solche Verbindungen steigen laufend, sowohl im Büro als auch unterwegs. Um dafür gerüstet zu sein, investieren Anbieter in neue Technologien und Netze.
8. Juli 2011

     

Von Jürg Pauli

Die Wichtigkeit des Internets ist in den letzten 15 Jahren stetig gestiegen. Dies zeigen die Nutzungszahlen des Bundesamtes für Statistik auf eindrückliche Weise: Während 1997 nur gerade rund sieben Prozent der Schweizer Bevölkerung das Internet mehrmals wöchentlich nutzten, waren es Ende 2010 bereits über 77 Prozent – Tendenz weiter steigend. Aber nicht nur aus dem privaten Umfeld, sondern auch aus der Geschäftswelt ist das Internet kaum mehr wegzudenken. Seit 2002 hat sich die Anzahl Nutzer auch hier von 19 auf 34 Prozent beinahe verdoppelt. Dass der Stellenwert auch im Geschäftsumfeld massiv ansteigt, hat mehrere Gründe.

Virtuell, vernetzt und mobil

Erstens wird das Internet für den Kontakt zu den Kunden laufend wichtiger, da der direkte Kontakt immer häufiger durch den virtuellen ersetzt oder damit ergänzt wird. So ist beispielsweise eine eigene Firmen-Webseite heute eigentlich Standard. Denn in Zeiten der globalen Märkte erfolgen Kundengewinnung sowie -betreuung immer öfters auch virtuell, also über die Webseite. Kunden nutzen auch immer häufiger das Internet, wenn es um Kaufentscheide geht. Sie holen sich die Informationen direkt von der Firmenwebseite und vergleichen die Angebote online, selbst wenn der eigentliche Verkaufsabschluss vielleicht noch nicht im Internet erfolgt. Durch das Internet sind aber auch neue Märkte für Unternehmer entstanden. Immer häufiger werden zum Beispiel soziale Netzwerke wie Xing, Facebook oder auch Linkedin genutzt, um neue Märkte zu erschliessen, bestehende Kunden zu pflegen und neue zu akquirieren.

Zweitens haben auch die massiven Fortschritte in der Kommunika­tionstechnologie erheblich dazu beigetragen, dass das Internet heute ein wichtiger Bestandteil für ein Unternehmen ist, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Ein Beispiel hierfür ist die voranschreitende Virtualisierung. Der Begriff steht grundsätzlich dafür, dass Komponenten der Kommunikationsinfrastruktur nicht mehr physisch im Büro vorhanden sind, sondern diese aus der Cloud, also direkt aus dem Internet – virtuell – zur Verfügung gestellt werden. So werden zum Beispiel Daten nicht mehr lokal auf dem Rechner, sondern in professionell betriebenen Rechenzentren gespeichert, und Software wird nicht mehr auf dem eigenen Rechner installiert, sondern eben aus der Cloud bezogen.


Drittens hat sich auch das Kommunikationsverhalten innerhalb von Unternehmen in den letzten Jahren geändert. Heute ist es längst normal, dass Mitarbeiter von zu Hause aus oder unterwegs arbeiten und sogar per Video kommunizieren wollen. Das Versenden von umfangreichen Dokumenten gehört heute zum Arbeitsalltag. Auch der Betrieb von eigenen Webservern ist im modernen Arbeitsalltag immer häufiger.

Schnell nicht schnell genug

All diese Dienste und Entwicklungen haben eines gemeinsam: Sie funktionieren nur, wenn eine Verbindung zum Internet besteht. Und diese muss nicht nur zuverlässig sein, sondern auch über genügend Bandbreite verfügen, damit alle im Internet angebotenen Services wie IP-Telefonie oder Online-Backups – wenn möglich gleichzeitig – genutzt werden können. Diese Entwicklung hatte nicht nur zur Folge, dass das Vorhandensein eines Internetanschlusses zu einer der wichtigsten Voraussetzungen für den Geschäftserfolg geworden ist, sondern auch, dass die Verbindungstechnologien in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht haben. Ein Blick zurück zeigt dies eindrücklich: Während vor zehn Jahren ADSL-Anschlüsse mit einer Kapazität von 128 Kbps Downstream für die Bedürfnisse völlig ausreichten, bieten die Anschlüsse heute bis zu 100 Mbps und ermöglichen beispielsweise ohne Probleme Fernsehen in HD-Qualität. Diese Erhöhung der Bandbreite hatte wiederum zur Folge, dass die übers Netz transportierte Datenmenge förmlich explodierte: Die übertragene Datenmenge verdoppelt sich heute auf dem Festnetz alle 20 Monate.


Da die Nachfrage nach hohen Bandbreiten aufgrund neuer Dienste und Anwendungen jedoch weiter zunimmt und gerade bei KMU Breitband-intensive Dienste und Echtzeitanwendungen immer mehr zum Einsatz kommen, braucht es neue Technologien, die noch höhere Bandbreiten bieten. Diesem Trend tragen Glasfaseranschlüsse Rechnung. Sie ermöglichen heute Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbps und erlauben es KMU, verschiedene Dienste auch parallel zu nutzen. Bereits heute sind deutlich mehr als 230’000 Wohnungen und Geschäfte mit Glasfaser erschlossen. Bis 2015 werden dies mehr als eine Million sein.


Ständiger Ausbau der mobilen Breitbandnetze

Die Internetverbindungen im Büro sind das eine, jedoch wollen KMU heute nicht nur am Arbeitsplatz mit grösseren Datenmengen umgehen, sondern auch wenn sie unterwegs sind das mobile Internet nutzen. Dies liegt daran, dass sich die Nutzungsgewohnheiten unterwegs heute kaum noch von jenen im Büro oder zu Hause unterscheiden. Dass wir Online-Videos auch auf dem Handy anschauen oder umfangreiche Präsentationen unterwegs verschicken, ist für uns heute weitgehend normal geworden. So erstaunt es nicht, dass heute bereits jedes Dritte verkaufte Handy ein Smartphone ist. Die Veränderung dieser Gewohnheiten wirkt sich auch auf die Ansprüche an die mobilen Internettechnologien aus. Während früher eine GPRS-Verbindung noch ausreichend war, erfüllt diese heute längst nicht mehr alle Anforderungen. Aus diesem Grund werden nebst den fixen auch die mobilen breitbandigen Netze ständig ausgebaut. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Netze auch im mobilen Bereich für aktuelle und zukünftige Dienste bereit sind. UMTS und die Weiterentwicklung HSDPA haben sich beim mobilen Internet heute als Standard etabliert. So können Datengeschwindigkeiten von maximal 384 Kbps bei UMTS, 7,2 Mbps bei HSPA beziehungsweise 21 Mbps bei HSPA+ erreicht werden.


Doch auch im mobilen Breitbandnetz wird immer noch mehr Breitband-Kapazität benötigt. Das belegen folgende Zahlen: Allein auf dem Mobilfunknetz von Swisscom verdoppelt sich das übertragene Volumen alle acht Monate. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Anbieter investieren deshalb intensiv in die nächste mobile Breitband-Generation (4G) Long Term Evolution (LTE). LTE ermöglicht zunächst Übertragungsraten von bis zu 150 Mbps beim Herunterladen und bis 50 Mbps beim Datenversand. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen sogar Datenraten bis 300 Mbps erreichbar sein. Damit schafft LTE die Grundlage dafür, dass immer mehr Bandbreiten-intensive Internetanwendungen auf dem Mobilfunknetz möglich werden.

Sicherheit und Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit eines Internetanschlusses wird also immer häufiger zur essentiellen Voraussetzung für den Geschäftserfolg. Aber Internetanschluss ist nicht gleich Internetanschluss, denn diese können sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Worauf müssen Unternehmen bei ihrem Zugang zum Internet achten? Grundsätzlich gibt es zwei Punkte, die unbedingt erfüllt sein müssen. Erstens muss die Verbindung zuverlässig sein. Denn fällt diese aus, können Unternehmer und Mitarbeiter auf nichts mehr zugreifen, was virtuell ist – unabhängig davon ob es sich dabei um Daten, Software oder Internet-basierte Dienstleistungen wie Internet-Telefonie handelt. Der zweite Punkt ist die Sicherheit. Da – mitunter heikle – Daten über das Internet transportiert und diese vor missbräuchlichen Zugriffen geschützt werden müssen, muss auf eine effiziente Verschlüsselungstechnologie und auf einen wirkungsvollen Spam- und Virenfilter geachtet werden, aber auch darauf, dass genügend Bandbreite vorliegt, um die Dienste ohne Qualitätseinbussen nutzen zu können.


Neue Dienste und Anwendungen, die virtuell verfügbar sind, brauchen immer mehr Bandbreite, sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz. Zukünftige Technologien und Netze wie der Glasfaserausbau oder LTE führen ihrerseits dazu, dass immer mehr Dienste und Anwendungen überhaupt virtuell angeboten werden können und neue Geschäftsmodelle interessant machen. Dabei entsteht eine sich verstärkende gegenseitige Wechselwirkung, die sich wohl auch in Zukunft noch weiter intensivieren dürfte.

Jürg Pauli

Jürg Pauli ist Leiter Produktentwicklung im Geschäftsbereich KMU von Swisscom.



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