Mehr Features für Office 2000, Teil 1

Mehr Features für Office 2000, Teil 1

27. Februar 2001 - Mit VBA lassen sich nicht nur Viren, sondern auf einfache Weise auch Ergänzungen für die Office-Suite schreiben. Im ersten Teil unseres zweiteiligen Workshops stellen wir einige Beispiele für Word vor.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/07

Seit den Viren "I Love You" und "Kournikova" hat wohl jeder PC-Anwender von der Programmiersprache Visual Basic (VB) und ihren beiden Unterarten Visual Basic for Applications (VBA) und Visual Basic Script (VBS) gehört. Die Entwicklungsumgebung taugt allerdings nicht nur für die Kreation von Viren - im Gegenteil: Visual Basic ist eine sehr beliebte und relativ einfach zu erlernende Sprache, mit der beispielsweise komplette, umfangreiche Applikationen geschrieben werden können, die sich als EXE-Dateien beliebig verteilen lassen. Zusätzlich kann man mit der Visual-Basic-Familie aber auch kleine Anwendungen für die Automatisierung von Windows (mit dem Windows Scripting Host, vgl. InfoWeek 37/2000) oder die Erweiterung von Office per VBA erstellen. Im Gegensatz zu "echten" Visual-Basic-Programmen können diese allerdings niemals selbständig ablaufen - sie benötigen zur Lauffähigkeit immer eine Anwendung, sei dies nun der Scripting Host oder ein Programm der Office-Suite wie Word oder Excel.



Bekanntlich kann Microsofts Office-Suite sehr vieles, aber längst nicht alles. Nun ist nicht jeder Bug ein fehlendes Feature, aber beides ist ungefähr gleich ärgerlich. Und meist fehlen genau diejenigen Funktionen, die man selber am dringendsten benötigt.



Kein Problem mit VBA. Die seit der Version 97 in die Office-Suite integrierte Programmiersprache erlaubt über eine komplette Entwicklungsumgebung die relativ einfache Erweiterung aller Bestandteile von Office.



In unserem zweiteiligen Workshop betrachten wir einige VBA-Anwendungen für Word, Excel und Outlook. Im vorliegenden ersten Teil liegt der Fokus auf Word, dazu präsentieren wir einige Grundlagen der Office-Programmierung und stellen die Entwicklungsumgebung vor.


Komplette Entwicklungsumgebung

Mit der Standardinstallation von Office 2000 wird die Entwicklungsumgebung von Visual Basic for Applications gleich mit auf die Festplatte gespielt, sollte also auch auf Ihrem PC zur Verfügung stehen. Ist das nicht der Fall, lässt sie sich problemlos von der Office-CD 1 nachinstallieren. Auf der Office-CD finden sich auch die Hilfedateien zu Visual Basic for Applications.



Sind die Programme auf Ihrem Rechner installiert, starten Sie zunächst Word und dann über das Menü Extras - Makro - Visual Basic-Editor die Entwicklungsumgebung. Alternativ funktioniert das auch über die Tastenkombination <ALT> + <F11>.



Der Visual-Basic-Editor mag auf den ersten Blick verwirrend wirken. Allerdings fällt die Handhabung des Programms relativ leicht.



Neben den bekannten Menüleisten und Toolbars besteht die Oberfläche aus drei Fenstern. Oben links findet sich der Projekt-Explorer, in dem eine hierarchisch aufgebaute Liste der Projekte und ihrer Elemente angezeigt wird. Grundsätzlich besteht jedes VBA-Programm aus einem Projekt.



Darunter sieht man das Eigenschaften-Fenster, das die aktuellen Properties eines Objekts anzeigt. Ein Objekt ist jedes Element, das bearbeitet werden kann, also etwa ein Dokument, ein Absatz in Word oder eine Zelle in Excel. Objekte werden typischerweise in Hierarchien gegliedert, gleichartige Objekte in Listen zusammengefasst.



Das dritte Standardfenster ist schliesslich das grosse Codefenster. Hier werden die Makros programmiert und bearbeitet.



Natürlich bietet die VBA-Entwicklungsumgebung noch einige andere Fenster. Darunter finden sich beispielsweise Hilfsmittel zum Debuggen des Codes, aber auch der Objekt-Katalog, der sämtliche Objekte mit ihren Eigenschaften und Methoden auflistet.



Der Visual Basic-Editor unterstützt den Entwickler bei der Programmierung seiner Anwendungen mit einigen speziellen Features. Sehr hilfreich ist etwa die Auto-Vervollständigung: Während man einen Befehl eintippt, zeigt der Editor automatisch eine Liste mit den möglichen Befehlen an, die an dieser Stelle möglich sind. Benutzt man hier nun die <ENTER>-Taste, wird der Befehl vom Editor vervollständigt und eine Zeilenschaltung durchgeführt. Ist letzteres nicht nötig, weil die Befehlszeile noch nicht vollständig ist, benutzt man allerdings besser die Tabulator-Taste, wodurch bloss der Befehl vervollständigt wird.



Wenn möglich sollte man diese Routine des Editors nutzen: Man spart sich damit nicht nur Tipparbeit, sondern kann darüber hinaus auch Tippfehler vermeiden.



Visual Basic kümmert sich übrigens nicht um Gross- oder Kleinschreibung. Dennoch sollte sich der angehende VBA-Programmierer angewöhnen, gewisse Konventionen der Schreibweisen einzuhalten. Ein Überblick über die von Microsoft empfohlenen Konventionen findet sich auf der MS-Site.



 
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