Canon Powershot G3: Bestnote für Canons Prosumer-Flaggschiff

Das neue Kompakt-Spitzenmodell Canon Powershot G3 bringt eine komplette Ausstattung und macht Bilder herausragender Qualität, lässt aber in einigen Details noch Wünsche offen.
3. Dezember 2002

     

Als Canon die Powershot G3 anlässlich der Photokina 2002 in Köln vorstellte, war ihr Vorgänger Powershot G2 gerade mal knapp ein Jahr auf dem Markt und vermochte in dieser Zeit Vergleichstests gleich reihenweise zu gewinnen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Nachfolger, der gemäss Datenblatt mit zahlreichen Verbesserungen aufwarten kann.



Weiterhin 4 Megapixel

Eine der wichtigsten Eckdaten der Kamera blieb allerdings unverändert: Wie das Vorgängermodell verfügt auch die Powershot G3 über einen 4-Megapixel-CCD, von dem 3,87 Megapixel effektiv für das Bild genutzt werden.



Bekanntlich ist aber die rohe Auflösung hinsichtlich Bildqualität nur die halbe Miete - und diesbezüglich hat sich Canon schon mit der G2 hervorgetan, die mit ihren Aufnahmen auch 5-MP-Kameras locker ausstach. Ähnliches schafft die neue G3, die nun über ein optisches 4fach-Zoom mit einer Brennweite von 35 bis 140 mm (äquiv. Kleinbild) und einer Lichtstärke von F2.0 verfügt. Die Zoom-Steuerung, die über einen Wippschalter am Auslöseknopf erfolgt, reagiert zwar schnell, ist aber nach wie vor nicht besonders präzise. Ärgerlich ist auch, dass der Zoom-Tubus in der Weitwinkelstellung den Sucher in der unteren linken Ecke verdeckt - der Vorteil, der aus der nahen Plazierung des Suchers beim Objektiv hinsichtlich Parallaxe im Nahbereich resultiert, ist bei Weitwinkelaufnahmen mit dem Sucher keiner mehr.




Immerhin lässt sich die G3 auch mit dem Monitor benutzen, und das sogar sehr bequem. Das hochauflösende Display zeigt auch in schwierigen Lichtverhältnissen ein ausreichend gutes Bild und ist wie bei der G2 dreh- und schwenkbar, was in zahlreichen Aufnahmesituationen unschätzbare Vorteile bringt.



Ein wesentliches Element für die hervorragende Bildqualität der G3 ist auch der neue DIGIC-Prozessor, der in dieser Kamera seine Premiere feiert. Diese Eigenentwicklung von Canon verarbeitet die vom CCD gelieferten Bilddaten und sorgt beispielsweise mit der iSAPS-Technologie und deren Motivanalyse für eine verbesserte Wiedergabe von Details, insbesondere in dunklen und sehr hellen Bildteilen.





Vorbildliches Bedienkonzept

Treu geblieben ist Canon auch dem bewährten, intuitiven Bedienkonzept, bei dem die meisten Funktionen über Wahlräder und Wipptasten gesteuert werden können. Für die allerwichtigsten Funktionen stehen natürlich weiterhin Tasten am Gehäuse zur Verfügung, wobei die Plazierung in einigen Fällen nicht ganz gelungen ist - beim Menü-Button beispielsweise muss der Fotograf aufpassen, dass er ihn nicht unabsichtlich während der Aufnahme bedient und damit Einstellungen verändert. Ähnliches gilt für das Funktionswahlrad, das leicht unabsichtlich verstellt werden kann.



Im fotografischen Alltag sehr praktisch ist die Auslösepriorität der G3: das bedeutet, dass bereits ein kurzes Antippen des Auslösers genügt, um die Kamera in den Aufnahme-Modus zu bringen, unabhängig davon, ob man sich gerade im Wiedergabe-Modus befindet oder sich durch die Menüs hangelt.




Wie es sich für eine Prosumer-Kamera gehört, verfügt die Powershot G3 über sämtliche (halb-)manuellen Aufnahme-Modi; dazu kommen eine Vollautomatik und drei Motivprogramme für Porträt-, Landschafts- und Nachtaufnahmen. Des weiteren gibt es einen Modus für Panoramas, die Möglichkeit, kurze Filme aufzunehmen sowie zwei vom Fotografen frei definierbare Motivprogramme etwa für Sportaufnahmen.



Raffiniert gelöst ist die Funktion für die manuelle Entfernungseinstellung, die über ein Einstellrad gesteuert wird und eine Bildschirmlupe zur visuellen Kontrolle zur Verfügung stellt. Ansonsten bietet die Kamera ein neues, FlexiZone-AF genanntes Autofokus-System mit 345 wählbaren Messpunkten, die sich auch mit der Belichtungsmessung verknüpfen lassen.



Zu den weiteren neuen Features, die sich im Fotoalltag sehr positiv bemerkbar machen, gehören die Focus-Bracketing-Funktion, die mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Schärfeebene macht, und insbesondere der eingebaute Neutraldichte-Filter, der auf Wunsch eingeschwenkt werden kann und um den Faktor 8 weniger Licht durchs Objektiv lässt, was beispielsweise auch in sehr hellen Umgebungen lange Verschluss-zeiten für Bewegungsunschärfen ermöglicht.



Schnelle Bildfolgezeiten

Mit einer Einschaltzeit von knapp 4 Sekunden gehört die Powershot G3 zwar nicht zu den schnellsten Digicams dieses Preissegments, sondern eher zum guten Durchschnitt, was auch für die Aufnahmeverzögerung von bis zu einer Sekunde gilt. Bei den Bildfolgezeiten dagegen kann die Kamera auftrumpfen, was wohl ebenfalls dem neuen Digic-Signalprozessor zu verdanken ist.



Wie alle Canon-Digicams arbeitet auch die G3 mit CompactFlash-Karten; mitgeliefert wird ein 32-MB-Modell, was zwar nicht übertrieben grosszügig ist, aber immerhin für mehr als einige Testaufnahmen reicht. Für die Datenübertragung in den PC wird ein USB-Kabel mitgeliefert, die Stromversorgung erfolgt über einen proprietären Akku mit vergleichsweise sehr langer Betriebszeit.




Insgesamt handelt es sich bei der Powershot G3 um eine hervorragende Kamera für den engagierten Amateur und semiprofessionelle Fotografen, die dank Digic-Prozessor und exzellenter Optik auch mit "nur" 4 Megapixel locker den Anschluss an die 5-Megapixel-Konkurrenz behält und dazu noch zu einem sehr kompetitiven Preis erhältlich ist.




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