Büroarbeit im Netz

Büroarbeit im Netz

27. April 2007 - Wer braucht heute noch fette, teure Office-Clients auf dem Desktop-Rechner? Der moderne mobile Büro-Arbeiter verzichtet darauf und nutzt stattdessen die schlanken, kostenlosen Alternativen im Netz – Ajax und Breitband machen es möglich. Das machen einem zumindest die vollmundigen Verlautbarungen der Anbieter glauben. Wir wollten wissen, ob die Online-Office-Suiten tatsächlich als valable Alternativen zu OpenOffice und dem Marktführer aus Redmond durchgehen können.
Artikel erschienen in IT Magazine 2007/08

Auf den ersten Blick bieten Online-Office-Anwendungen eine Menge Vorteile. Sie sind (zumindest die in diesem Test berücksichtigten Tools) kostenlos nutzbar und benötigen weder Software-Downloads und -Installationen noch mühsame Upgrade- und Bugfix-Prozedere. Doch das Beste daran ist zweifellos, dass die damit erstellten Dokumente jederzeit und überall (einen Internet-Anschluss vorausgesetzt) verfügbar sind und problemlos auch gemeinsam mit anderen Anwendern genutzt und bearbeitet werden können.

Somit ist es beispielsweise möglich, ein Dokument unterwegs zu erstellen oder zu ändern und vor der Übergabe an einen Geschäftspartner noch schnell dem Vorgesetzten zur Kontrolle und für die Anpassung letzter Details vorzulegen – ganz ohne umständlichen E-Mail-Verkehr mit Attachments. Ebenso lassen sich kurz vor einer Präsentation durch einen Mitarbeiter im heimischen Büro auf die Schnelle die aktuellsten Zahlen in die Folien einfügen oder etwa bei unterwegs erstellten Dokumenten das fehlende Firmenlogo einbetten. Und wer im Team an Dokumenten arbeitet, wird es zu schätzen wissen, dass die Zusammenarbeit auch ohne einen dedizierten Server funktioniert. Die Anwendungsmöglichkeiten sind in der Praxis endlos.

Wir haben uns vier bekannte und beliebte Online-Office-Suiten näher angeschaut – Ajax 13, Google Text & Tabellen, Thinkfree Office und die Zoho Office Suite (vgl. Kasten «Auswahl der Lösungen») – und uns dabei auf die Hauptanwendungen Textverarbeitung und Tabellenkalkulation konzentriert. Im Zentrum des Tests standen die gebotene Performance und die Kompatibilität mit den Dokumentenformaten der weitverbreiteten Desktop-Applikationen von Microsoft und OpenOffice. Weitere Kriterien waren die Features, die die einzelnen Lösungen bieten, die Benutzerfreundlichkeit und die Sicherheit der Anwendungen. Und nicht zuletzt haben uns natürlich die Kollaborationsmöglichkeiten interessiert, gehören sie doch zu den Hauptvorteilen der Online-Offices.


Kein vollwertiger Ersatz

Um es gleich vorwegzunehmen: Mit dem Feature-Reichtum der fetten Desktop-Offices kann es keiner der Testkandidaten wirklich aufnehmen. Das ist auch nicht weiter erstaunlich – letztlich können mit den Online-Alternativen nur Features geboten werden, die sich mit den doch recht rudimentären Möglichkeiten von HTML, XML und JavaScript auch umsetzen lassen. Vor diesem Hintergrund leisten manche der Anwendungen allerdings doch erstaunliches.
Fairerweise muss man hier auch anmerken, dass es sich die Hersteller der Web-Offices auch gar nicht zum Ziel gesetzt haben, beispielsweise den Marktleader aus Redmond komplett obsolet zu machen. Sie begnügen sich damit, die wichtigsten Funktionen der zentralen Office-Anwendungen – Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation – jederzeit und überall und auch zur Zusammenarbeit verfügbar zu machen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass über 90 Prozent der Anwender von Microsoft Office kaum 10 Prozent der gebotenen Features tatsächlich benutzen, dürfte dieser Ansatz in den meisten Anwendungsszenarien vollauf genügen.

 
Seite 1 von 5

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER