Gedankenkarten leicht gemacht

MindManager Pro 7 kommt mit dem Ribbon aus Office 2007 und zahlreichen weiteren Neuerungen.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2007/13

     

Ende Mai hat Mindjet, der Pionier und Marktführer in Sachen MindMapping-Software, den Release 7 seines MindManager freigegeben. Die neue Version kommt mit einer weiter verbesserten Integration mit Microsoft Office – was sich insbesondere an der augenfälligsten Neuerung zeigt.



So hat Mindjet nämlich als einer der ersten Software-Hersteller überhaupt die neue Bedien-Philosophie von Microsoft übernommen und den MindManager mit dem Ribbon ausgestattet. Wer sich bereits mit Office 2007 beschäftigt hat, kennt den Glaubenskrieg um dieses neue Konzept – wird sich allerdings auch in MindManager sofort zurechtfinden. Für Umsteiger von früheren MindManager-Versionen ergeben sich natürlich dieselben Lernkurven wie bei der Office-Software, Neueinsteigern dagegen wird die Nutzung des Programms deutlich erleichtert.



Die komplette Entrümpelung der Arbeitsoberfläche ist MindJet mit der Einführung des Ribbon allerdings nicht gelungen. Die platzfressenden Sidebars, in denen beispielsweise Bibliotheken für Icons, Bilder, Zweigstile und ähnliches untergebracht sind, erscheinen nach wie vor – allerdings nur auf expliziten Aufruf.


Ribbon erleichtert

MindManager war in weiten Teilen schon in seinen früheren Versionen recht einfach nutzbar. Insbesondere die Grundfunktionalität hat sich dem Anwender intuitiv erschlossen. Daran hat sich durch das neue Bedien-Konzept natürlich nichts geändert – die ersten Maps lassen sich schnell und absolut ohne Lernkurve erstellen.


Bei der Nutzung der fortgeschrittenen Funktionen dagegen – hierzu zählen beispielsweise die Verwendung von MindManager mit Microsofts Office – hat sich durch die Ribbon-Bedienung wenig vereinfacht. Zwar sind die Optionen durch das Ribbon meist schnell auffindbar, für die Nutzung ist aber trotz der erweiterten Tool-Tips häufig ein Blick in die Hilfe erforderlich. Und bei manchen Aufgaben – etwa der Formatierung von Zweigen – hat man gar den Eindruck, dass die Bedienung über das Ribbon umständlicher geworden ist.



MindJet hat sich bei der Übernahme des Ribbon übrigens nicht nur hinsichtlich Look&Feel äusserst exakt an Microsofts Vorbild gehalten, sondern auch bei einer der umstrittensten Eigenschaften. Wie bei Microsoft ist ein «Rückfall» auf die bekannten und vertrauten Menüs nämlich weder vorgesehen noch möglich.


Engere Office-Integration

Einige Verbesserungen hat MindJet auch bei der Office-Anbindung gemacht. So gibt es im «Einfügen»-Menü des Ribbon nun die Möglichkeit, Outlook-Aufgaben,
-Termine, -Kontakte und -Notizen zu erstellen. Dabei wird aus MindManager der entsprechende Eingabe-Dialog von Outlook geöffnet; wird das entsprechende Feld geschlossen, übernimmt MindManager automatisch die Eingabe in die aktuelle Map und fügt sie auch gleich in Outlook ein. Eine ähnlich funktionierende Möglichkeit gibt es nun auch für Excel-Tabellenbereiche.


Im Alltag als sehr praktisch haben sich zwei weitere Neuerungen erwiesen: MindManager ist nun nämlich endlich in der Lage, Abfragen und Ansichten zu speichern. Abfragen lassen sich über Powerfilter, Auswahlen und Lesezeichen erstellen und daraufhin speichern. Hierauf können sie auf dieselbe Map angewendet werden oder lassen sich in einer Vorlage für die weitere Verwendung ablegen. Gespeicherte Ansichten dagegen ermöglichen es, unterschiedliche Stadien oder Map-Ansichten abzulegen, um so beispielsweise die Entwicklung einer Map präsentieren zu können oder für verschiedene Zuschauergruppen unterschiedliche Stadien derselben Map ohne grossen Aufwand zur Verfügung zu haben. Gespeichert werden dabei unter anderem die Sichtbarkeit von Zweigen und der Zoomfaktor.



Es liegt auf der Hand, dass die Wiederverwendung von Ansichten oder Abfragen nur für die Map möglich ist, aus der sie erstellt wurden. Daneben lassen sich Maps natürlich auch wie bisher als Vorlage speichern, und auch die Speicherung eines Map-Stils für die Wiederverwendung ist weiterhin möglich.


Erweiterte Zweig-Möglichkeiten

Gearbeitet hat MindJet auch an den Möglichkeiten zur Arbeit mit Zweigen. So lässt sich nun etwa zur besseren Fokussierung ein Zweig «alleinstehend» anzeigen, indem sämtliche Ober- und Nebenzweige ausgeblendet werden. Unterzweige können dabei über die bekannte Reduktionsfunktion nach Belieben ein- oder ausge­blendet werden. Daneben lassen sich Zweigstile mit Namen anlegen und problemlos – und ohne die Nutzung der Formatübertragungsfunktion – auf andere Zweige auf sämtlichen Map-Ebenen übertragen. Wird das Erscheinungsbild eines so formatierten Zweigs verändert, wird die Änderung sofort von allen anderen Zweigen mit demselben Stil übernommen.


Weiter können nun mehrere Zweige in einer Map-Ebene gleichzeigt ausgewählt werden, was die schnellere Bearbeitung ermöglicht. Und nicht zuletzt können Zweige nun über das Zweig-Kontextmenü von ihrem Hauptast getrennt werden, wodurch sich schnell neue Zweige aufgrund eines ausgewählten Texts in einem anderen Zweig erstellen lassen.



Hilfreich kann es mitunter auch sein, das Hauptthema, das automatisch immer mittig angelegt wird, innerhalb der Gesamtmap zu verschieben. Das ist nun zwar möglich, allerdings werden dabei auch sämtliche Äste und Zweige mitverschoben, sodass das Hauptthema nach wie vor in der Mitte der Map steht – insofern wird im Vergleich zur eh vorhandenen Scroll-Funktion in der Praxis nichts gewonnen.


Zu den kleineren, aber mitunter praktischen Neuerungen gehören die Möglichkeit, Pfeilspitzen von Zweigverbindungen auf Mausklick umkehren zu können, erweiterte Sortieroptionen für Markierungen und die Fähigkeit des Powerfilters, gezielt nach Zweigerinnerungen und Terminen zu suchen. Und nicht zuletzt gibt es nun die Option, Anhänge zu Zweigen gleich zu mehreren gleichzeitig auszuwählen und einzufügen.


Fazit

Alles in allem hat MindJet mit MindManager Pro 7 durchaus ein valables Update abgeliefert. Das Programm wurde in diversen Bereichen verbessert – allem voran natürlich in der Bedienung. Wer sich mal an das Ribbon gewöhnt hat, möchte es nicht mehr missen. Dafür blieben andere, teils schon ältere Ärgernisse bestehen, so etwa die schlechte Schriftdarstellung in den Menüs oder die vergleichsweise extrem kitschigen Icons und Markierungen für die Map.

Ob sich das Update mit diesen Neuerungen lohnt, muss jeder selber entscheiden. Für diejenigen, die nicht auf den kompletten Funktionsumfang von MindManager Pro 7 angewiesen sind und auf die Office-Integration, Funktionen des Powerfilters und weitere neue Features der Pro-Version verzichten können, hat MindJet mit MindManager Lite 7 auch eine abgespeckte Version zu einem deutlich günstigeren Preis im Angebot.


Testumgebung

Wir haben MindManager Pro 7 auf einem Asus-Notebook des Typs F3Jp mit Core2Duo T7400, 2048 RAM und 15,4-Zoll-WXGA-Monitor getestet.




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