SuperCCD, aber nicht in allen Belangen top

SuperCCD, aber nicht in allen Belangen top

16. April 2004 - Die FinePix S7000 von Fujifilm trumpft mit einem 6-Megapixel-SuperCCD auf, vermag aber nicht in jedem Bereich zu überzeugen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/08

Bereits seit Januar 2000 setzt Fujifilm in allen digitalen Kameras den selber entwickelten SuperCCD-Chip ein. Dieser Bildaufnahme-Chip besteht - anders als bei "normalen" CCDs - nicht aus quadratischen Sensoren, sondern aus Pixeln mit achteckiger Form. Damit lässt sich nicht nur eine höhere Grundauflösung auf gleicher Fläche realisieren, sondern laut Fujifilm auch eine realitätsgetreuere Farbwiedergabe. Und nicht zuletzt lässt sich das Ganze zumindest marketingtechnisch hervorragend interpolieren - es ist noch nicht so lange her, dass Fujifilm die Kameras mit fantasievollen Auflösungswerten beworben hat, wie sie nur durch Interpolation erreicht werden konnten.



Beim aktuellen Topmodell der Kompaktklasse, der Fujifilm FinePix S7000, hat sich dies geändert: Die Kamera wird als Gerät mit 6 Megapixeln verkauft, der physischen Anzahl Pixel auf dem SuperCCD der mittlerweile bereits vierten Generation. Die 12 Megapixel, die sich durch Interpolation erreichen lassen, sind auf der Packung nur unter "ausserdem" zu finden, und das ist auch gut so, hat die Kamera doch genügend andere Stärken. Grundsätzlich baut die FinePix S7000 auf ihrem erfolgreichen Vorgängermodell S602 auf: Das Gehäuse wurde ebenso von der 602 Pro übernommen wie das 6fach-Zoomobjektiv und zahlreiche weitere Features. Neu sind die Auflösung, die Integration des RAW-Formates anstelle von TIFF, die schnelle USB-2.0-Schnittstelle sowie einige weitere Details.


Die Hardware

Das Gehäuse der FinePix S7000 ist komplett aus Plastik gefertigt, wirkt aber dennoch robust und liegt nicht zuletzt dank des ausgeprägten Batteriegriffs gut in der Hand. Die Bedienung erfolgt über nicht weniger als 22 Drucktasten, Schalter und Drehknöpfe, diese sind aber recht logisch angeordnet und ermöglichen nach einer kurzen Einarbeitungszeit eine schnelle, intuitive Bedienung. Und noch wichtiger: Dank der Vielzahl an Tasten lassen sich die meisten wichtigen Funktionen direkt erreichen, der Rückgriff aufs Menü ist nur selten notwendig.



Als klassische digitale Kompaktkamera verfügt die S7000 natürlich über einen Monitor auf der Rückseite der Kamera, der gleichzeitig auch als Sucher dienen kann. Einen echten optischen Sucher dagegen sucht man vergebens; statt dessen bietet die Kamera einen elektro-optischen Sucher über einen Minibildschirm im Gehäuse - ein Feature, das sonst konstruktionsbedingt vor allem bei Megazoom-Geräten zu finden ist -, der mit einer hervorragenden Auflösung und fast 100prozentiger Bildabdeckung auftrumpft. Die Umschaltung zwischen den beiden Monitoren erfolgt über eine spezielle Taste; andere Hersteller arbeiten hierfür mit einer sensorgesteuerten Automatik, was wesentlich bequemer ist.



Das integrierte Zoomobjektiv mit 6fachem optischem Zoombereich bietet Brennweiten zwischen 35 und 210 Millimetern mit einer maximalen Anfangsöffnung von f2.8 bis 3.1. Zusammen mit dem 3,2fach-Digitalzoom wird denn auch der auf der Kamera beworbene 19fach-Zoombereich erreicht. Wie nicht anders zu erwarten, sinkt beim Einsatz des Digitalzooms aber die Bildqualität rapide ab. Überhaupt vermochte das von der FinePix 602 übernommene Objektiv nicht zu 100 Prozent zu überzeugen: Sowohl im Weitwinkel- als auch im Telebereich zeigte unser Testmodell teils starke tonnen- respektive kissenförmige Verzeichnungen.



Dafür schlägt sich die Makrofunktion ausserordentlich gut: Wie wenn die normale Makrofunktion mit einem Aufnahmeabstand von 10 bis 80 Zentimetern und einem Aufnahmefeld von 59x44 Millimetern nicht genügen würde, haben die Fujifilm-Ingenieure mit dem "Supermacro"-Modus noch einen draufgesetzt. Damit kann die Kamera schon mit einem minimalen Abstand von nur einem Zentimeter fokussieren und nimmt lediglich noch eine Fläche von 33x25 Millimetern auf.



Die Stromversorgung der FinePix S7000 erfolgt über vier AA-Batterien, deren Kapazität von der Kamera dank eines recht aggressiven Stromsparmodus optimal genutzt wird. Die Bilder werden wahlweise auf xD- (16 MB mitgeliefert) oder CFII-Karte gespeichert und schliesslich per USB-2.0-Port an den Computer übertragen. Die schnelle Schnittstelle erweist sich angesichts der vom 6-Megapixel-CCD gesammelten grossen Datenmengen als wahrer Segen.

 
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