Schweiz ist Schrottweltmeister


Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/07

     

Vor zehn Jahren wurde sie eingeführt, die Recycling-Garantie des Swico (Schweizerischer Wirtschaftsverband der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik) mit der vorgezogenen Recycling-Gebühr - und sie ist ein durchschlagender Erfolg. Die Recycling-Garantie wird mittlerweile von über 300 Herstellern und Importeuren zusammen mit mehreren Tausend Händlern und Abgabestellen getragen. Gesammelt werden pro Einwohner jährlich über vier Kilogramm Elektronikschrott. Das ergibt für 2003 eine Menge von rund 30'000 Tonnen ausrangierter Handys, Fernseher, Laptops, Serverfarmen und anderer Geräte - ein Viertel mehr als im Vorjahr und Weltrekord für die Schweiz: Kein anderes Volk sammelt und recycliert so besessen.



Der Recycling-Kreislauf wurde vor zehn Jahren als freiwillige Initiative durch den Swico ins Leben gerufen. Politischen Druck gab es damals ebensowenig wie gesetzliche Grundlagen - diese wurden erst 1998 mit der VREG (Verordnung über Rückgabe, Rücknahme und Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte) geschaffen. Da zählte die Konvention bereits 100 Mitglieder und konnte bei der Rücknahmemenge die 10'000-Tonnen-Schwelle überschreiten.




Der zurückgenommene E-Schrott landet in über 50 Zerlegebetrieben, darunter auch Behindertenwerkstätten und Arbeitslosenprojekte, sowie in 15 Recycling-Betrieben, in denen die wiederverwertbaren Materialien von gefährlichen Schadstoffen wie beispielsweise Schwermetallen und Chemikalien getrennt werden. Im vergangenen Jahr konnten so 24'000 Tonnen Rohstoffe zurückgewonnen werden.



Optimistisch blickt der Swico auch in die Zukunft: Geht man davon aus, dass immer mehr Elektrogeräte Einzug in den Alltag halten und viele Produkte mit schlechter Energiebilanz durch stromsparende Geräte ersetzt werden, dürften schon bald die nächsten Rekordmarken bei der Rücknahmemenge erreicht sein. Kommt dazu, dass die ausgemusterten Geräte im Durchschnitt zehn Jahre alt sind - die Recyclingmenge wird demnach parallel zu den Verkäufen stetig zunehmen.


Schädliche Stoffe im PC

Für die Herstellung eines 24 kg schweren PCs mit Monitor werden durchschnittlich 240 kg fossile Brennstoffe, 22 kg Chemikalien und 1,5 Tonnen Wasser benötigt.




• Antimon-Trioxid: Brandhemmer




• Arsen: ältere Bildröhren




• Blei: Bildröhre; Lötstellen




• Cadmium: Schaltkreise; Halbleiter




• Chrom: Gehäuse (Korrosionsschutz)




• Kobalt: Gehäuse




• Polybromid: Brandhemmer in Kabeln, Plastikgehäusen




• Quecksilber: Gehäuse; Schalter




• Selen: Schaltkreise




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