Der Weg zum High-End-Präsentationsraum

Bei der derzeitigen Marktvielfalt ist es keine triviale Aufgabe, einen Präsentationsraum einzurichten. InfoWeek fragte einen Experten, worauf es in der Praxis ankommt.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2002/04

     

Wer in letzter Zeit einen neuen Beamer kaufen wollte, kennt das Problem: Die Marktsituation ist ziemlich unübersichtlich. Nicht weniger als 23 Schweizer Generalvertretungen mit über 30 Marken bieten rund hundert verschiedene Modelle an, vom Low-End-Gerät fürs Wohnzimmer bis hin zum absoluten State-of-the-Art-Beamer, der für sechsstellige Summen über den Ladentisch geht.



Und damit fängt die Qual der Wahl erst an. Der Multimediaprojektor ist zwar eine der wichtigsten Komponenten für einen modernen Präsentationsraum, aber längst nicht die einzige, wie Reto Giacomin, Geschäftsführer des spezialisierten Unternehmens RGBP, erklärt. Der Beamer allein bringt nämlich noch nichts, von irgendwoher müssen auch die Daten kommen, die projiziert werden sollen. Zu einem gut ausgestatteten Präsentationsraum gehören deshalb auch ein PC, eine Fernseh-Empfangseinheit, ein Videogerät und immer häufiger auch ein DVD-Player. Manchmal kommt noch eine Einrichtung für Videokonferenzen dazu, immer aber eine Beschallungsanlage. Die gesamte Installation muss ausserdem miteinander verknüpft und leicht bedienbar sein, was gleichermassen für die weitere Raum-Infrastruktur wie Rolladen, versenkbare Leinwände und Beamer-Gehäuse sowie die Beleuchtung gilt. Hohe Anforderungen!


Konzept als Grundlage

Wie geht man bei der Einrichtung vor? Für Giacomin ist der Fall klar: "Hauptsächlich kommt es auf ein gutes Konzept an. Es spielt zunächst keine Rolle, welche Geräte von welchem Hersteller man einbaut. Wichtig ist primär der Lösungsansatz, der den Anforderungen gerecht werden muss."



Wenn man einen Präsentationsraum einrichten will, muss man zuallererst also wissen, was der Raum überhaupt können soll, wie und wo etwa ein Beamer aufgestellt werden soll, ob man Anwendungen wie TV oder Videoconferencing benötigt und welche Rauminfrastruktur ferngesteuert werden soll.




Erst in einem späteren Schritt geht es zur Wahl der Produkte, die dann oft keine Qual mehr ist: Durch das Konzept und das Anforderungsprofil hat sich die Auswahl an möglichen Modellen meist schon stark reduziert.



Sind die Geräte ausgewählt, werden sie von einem Gesamtanbieter wie RGBP untereinander verknüpft und über eine zentrale, einheitliche Fernbedienung steuerbar gemacht. Hier liegt auch einer der Vorteile, die der Spezialist seinen Kunden bietet: Wer seinen Präsentationsraum mit Standardkomponenten selber zusammenbauen will, kann das zwar einigermassen problemlos tun, braucht sich dann aber nicht zu wundern, wenn zum Schluss überall Kabel herumhängen und sieben oder mehr Fernsteuerungen auf dem Tisch liegen.




Schweizer Firmen präsentieren modern

Ein weiteres, nicht minder wichtiges Argument, das für die Lösung aus einer Hand spricht, ist der Support. Spezialisierte Anbieter wie RGBP kennen die von ihnen ausgestatteten Räume und sind deshalb in der Lage, Reparaturen innert nützlicher Frist zu erledigen. Bei den sogenannten Box-Movers dagegen kann es durchaus vorkommen, dass sie schon mit dem Austausch einer defekten Lampe überfordert sind.




Dabei darf man nicht vergessen: Mit einem Aufwand ab rund 50'000 Franken kostet die Einrichtung eines Präsentationsraums so oder so viel Geld. Schweizer Firmen zeigen sich hier aber grosszügig, wie Giacomin weiss: "Der Kunde ist oft bereit, ein wenig mehr Geld auszugeben, wenn er dafür genau die Lösung erhält, die er sich vorgestellt hat." Das zeigt sich auch bei der Ausstattung der schweizerischen Präsentationsräume, die gemäss Giacomins Erfahrung topmodern bis hin zu luxuriös eingerichtet sind. Stehen nach der Ausarbeitung von Anforderungsprofil und Konzept noch mehrere Geräte zur Wahl, greift das Schweizer Unternehmen im Zweifelsfall eher zum teureren Projektor, der noch ein paar Features mehr bietet.



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