USB 2.0: Konkurrenz für Firewire?

USB 2.0: Konkurrenz für Firewire?

11. Dezember 2001 - Schnelle Verbindungen zwischen PC und Peripherie waren bisher die Domäne von SCSI und insbesondere dessen Nachfolger Firewire. Intels USB-2.0-Technologie soll dies nun ändern.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/44

Als Intel 1995 die erste Version des universellen seriellen Bus (USB) einführte, hatte die neue Technologie vor allem eine Aufgabe: Sie sollte die diversen Anschlüsse für Tastatur, Maus, Drucker und andere Peripherie-Geräte am PC vereinheitlichen. Ganz nebenbei sollten auch die zahlreichen Nachteile dieser Ports durch USB-Fähigkeiten wie Hot-Plugging und Auto-Konfiguration verbessert werden.



Keiner ahnte damals, dass es über drei Jahre dauern würde, bis sich der neue Standard durchsetzen konnte. Erst Windows 98 brachte native Unterstützung für USB, und erst mit der Einführung dieses Betriebssystems kamen auch die ersten PCs mit USB-Ports auf den Markt. Passende Geräte folgten daraufhin relativ schnell, allen voran Mäuse und Tastaturen. Erst allmählich wurden auch Drucker, Low-End-Scanner, Webcams und andere Geräte mit USB-Anschlüssen versehen.



Für all diese "langsamen" Geräte mit ihrem meist eher geringem Datenaufkommen vermochte die Übertragungsrate von maximal 12 MBit pro Sekunde, die USB 1.1 bietet, locker zu genügen.



Problematisch wurde die Performance erst in jüngster Zeit, als auch hochauflösende Digicams mit entsprechend grossen Bilddateien oder externe CD-Brenner und Festplatten mit USB-Anschluss auf den Markt kamen. Diese Geräte wurden und werden durch den langsamen Bus regelrecht ausgebremst.



Geht es nach dem Willen von Intel, ist der Engpass allerdings bald behoben. Bereits im letzten Jahr wurde die neue USB-Version 2.0 als Standard verabschiedet, hohe Übertragungsraten von bis zu 480 MBit/s sind damit zumindest theoretisch kein Problem mehr.


Firewire: Alteingesessen

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Hohe Übertragungsraten sind nämlich bereits seit 1995 kein Problem mehr: Zeitgleich zum USB-Standard von Intel hat Apple in aller Stille die 1394-Bus-Technologie entwickelt, die mittlerweile unter ihrem Marketingnamen Firewire und i.Link besser bekannt ist. Der derzeit verbreitete Standard mit dem genauen Namen 1394-1995 bietet Übertragungsraten von bis zu 400 MBit/s und ist damit schnell genug für den Datentransfer auf Festplatten, CD- und DVD-Brenner oder Bandlaufwerke.



Allerdings hat es auch bei Firewire einige Zeit gedauert, bis der Standard von den Herstellern adaptiert wurde. Selbst der Initiator Apple hat die Schnittstelle erst ab 1999 konsequent in alle Rechner eingebaut. Vorreiter im übrigen PC-Markt war der Konzern Sony, der seine Notebooks seit Anbeginn mit Firewire ausrüstete. Erst heute finden sich entsprechende Schnittstellen auch in den High-End-Notebooks unter anderem von Dell, HP, IBM und Toshiba.



Sonys Vorreiter-Rolle hängt direkt mit einem der nach wie vor wichtigsten Einsatzgebiete für Firewire zusammen, der digitalen Videoverarbeitung. In diesem Bereich ist IEEE 1394 seit der Festlegung des DV-Standards die Schnittstelle erster Wahl - heute gibt es kaum einen Camcorder, der nicht über einen entsprechenden Port verfügt.



Aus Sicht der Architektur bietet IEEE 1394 gegenüber der USB-Technologie einige Vorteile. Firewire arbeitet nämlich nach dem Peer-to-Peer-Prinzip, was bedeutet, dass für eine Kommunikation zwischen den einzelnen Geräten prinzipiell kein zentraler Controller notwendig ist. Dafür benötigt der Port zwar eigene "Intelligenz", wird dadurch aufwendiger und teurer, macht das aber mit deutlich höherer Flexibilität im Einsatz locker wett. Auf diese Weise ist es zumindest theoretisch möglich, Firewire-Geräte direkt miteinander zu verbinden, also beispielsweise Bilder einer Digicam direkt auf einen Drucker auszugeben, ohne dass dazwischen ein PC benötigt wird.



 
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