Telco-Sesseltanz

Telco-Sesseltanz

27. Januar 2006 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2006/02

Jens Alder hat nun auf das unsaubere Spiel des Bundesrates in Sachen Auslandengagement der Swisscom mit dem Rücktritt reagiert. Zwei Tage vorher war der damalige Swisscom-CEO an der Networking-Veranstaltung des Branchendachverbandes ICT Switzerland noch durch einen lauten Foulpfiff aufgefallen, als Kabarettist Mike Müller die Swisscom aufs Korn nahm. Als Nachfolger wurde der bisherige Mobile-Chef Carsten Schloter bestimmt.
Jens Alder übernahm 1999 die Swisscom-Führung. Er hat Swisscom rückblickend sehr erfolgreich durch den UMTS-Hype geführt, und auch die Umstrukturierung vom Staatsmonopolisten zum marktwirtschaftlich ausgerichteten Dienstleister ist einigermassen auf dem Weg. Vorgeworfen wurde Alder immer wieder, dass er wenig bis gar nichts Aufbauendes mit den Swisscom-Milliarden anzufangen wusste. Als diese Bemühun-gen endlich zu fruchten schienen, stoppte im letzten Jahr der Bundesrat die Auslandspläne abrupt.
Die vom Bundesrat vorgegebene Strategie soll jetzt Schloter umsetzen. Er ist Betriebswirtschafter und Informationstechniker. Der Deutsche arbeitete vorher bei Mercedes und bei der damaligen Swisscom-Mobilfunk-Tochter Debitel.
Auch die Spitze von Sunrise ist ausgewechselt worden. Der Däne Jesper Theill Eriksen ersetzt Hans Peter Baumgartner, der Sunrise nur eineinhalb Jahre vorstand. Der Wechsel könnte ein Zeichen sein, dass der dänische Mutterkonzern TDC die Nummer Zwei der Schweiz zum Verkauf fit machen will.


Bundesrat will Volksaktie

In der Frage, wie der Bundesrat die restlichen Staatsanteile an Swisscom veräussern will, hat die Landesregierung jetzt im Rahmen der nötigen Revision des Telekommunikationsgesetzes einen Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt. Demnach soll die Privatisierung durch die Schaffung einer Volksaktie erreicht werden. Schweizer werden dabei bevorzugt und Aktien zu einem billigeren Preis kaufen können als institutionelle Anleger. Die Privatisierungspläne dürften vors Volk kommen, da die Linke das Referendum angekündigt hat.

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