Intelligenz für den Mittelstand

Intelligenz für den Mittelstand

17. März 2005 - Ein Datawarehouse ist keine zwingende Voraussetzung für Business Intelligence. Ein strukturierter Evaluationsprozess ist aber ratsam.
Artikel erschienen in IT Magazine 2005/06

Business Intelligence (BI) war bis vor wenigen Jahren fast ausschliesslich den Grossunternehmen vorbehalten. In jüngster Zeit interessiert sich aber auch der gehobene Mittelstand vermehrt für integrierte Planungs- und Analyse-Systeme. So haben im deutschsprachigen Raum auf den Mittelstand ausgerichtete BI-Software-Evaluations-Seminare des deutschen Beratungsunternehmens BARC (Business Application Research Center) regen Zulauf.
Die zunehmenden regulatorischen Auflagen (IAS/IFRS, GAAP, Sarbanes-Oxley-Act, Basel II) kombiniert mit einem wachsenden Kontrollbedürfnis der Unternehmensführung in einem globalisierten und damit immer dynamischeren Umfeld gelten als Hauptgründe für die steigende BI-Nachfrage. Dazu kommt die steigende Professionalisierung auf der Geschäftsleitungsebene vieler KMU, die den Einsatz entsprechend professioneller Führungsinstrumente nach sich zieht. Eine kürzliche Studie der Meta Group zum BI-Markt Schweiz zeigt allerdings, dass sich die geplanten BI-Investitionen von mittelgrossen Unternehmen im Gegensatz zum Informationsbedürfnis derzeit noch in Grenzen halten. Erst 29 Prozent der Unternehmen mit zwischen 200 und 499 Mitarbeitern respektive 39 Prozent derjenigen mit 500 bis 999 Mitarbeitern haben heute bereits BI-Lösungen im Einsatz oder planen die Einführung.





Patrick Keller, BI-Spezialist von BARC, sieht zwei Hauptgründe, die Mittelstandsbetriebe vom BI-Einsatz abhalten: Zum einen seien vielen KMU die Vorteile solcher Systeme nicht transparent. Zum anderen leide Business Intelligence noch am schlechten Ruf, der durch die vielen gescheiterten Projekte rund um die Jahrtausendwende entstanden sei. Dazu kommt, dass sich sehr viele Unternehmen über die Jahre selber Excel-basierte Lösungen zusammengezimmert haben, mit denen sie bisher auch ganz ordentlich funktionieren. In diesen steckt oft sehr viel Arbeitszeit und auch Know-how der Finanzabteilung, so dass man sich nur schwer von diesen gewohnten Instrumenten trennt.




Business-Intelligence-Investitionen in der Schweiz


BI als Grössenfrage

BI ist allerdings auch nicht für jedes KMU sinnvoll. Patrick Keller setzt die Grenze, ab der ein Einsatz von dezidierten BI-Systemen Sinn macht, mit dem Vorhandensein einer Controlling-Abteilung gleich. Für kleinere Firmen lassen sich die Kosten heute noch kaum rechtfertigen. Sie können ihr Geschäft mit Hilfe von Excel-Tabellen oder Access führen. Dies könnte sich ändern, wenn Microsoft seine BI-Angebote ausweitet. Die Reporting- und Analysefähigkeiten des SQL-Servers wurden schon in den vergangenen Monaten sukzessive ausgebaut. Mit der kommenden Version 2005 sollen weitere Schritte in dieser Richtung gemacht werden. Was Microsoft derzeit noch nicht bietet, ist ein mit den spezialisierten Angeboten vergleichbares Front-end. Entscheidet sich der Softwareriese, auch diesen Teil selber abzudecken, dürften die derzeit noch hohen bis sehr hohen Preise für BI-Software ins Rutschen geraten, bauen doch viele Spezialanbieter ihre Front-ends auf Microsofts SQL Server auf.

 
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