Abacus setzt auf PDF und Signatur

Die vollständig elektronische Geschäftsführung ist das Ziel von Abacus.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/22

     

In Sachen PKI und digitale Signatur scheint der Damm gebrochen. Nachdem der Bund mit der Kopplung der einheitlichen Lohndatenübermittlung an eine PKI (IW 20/2004) eine mögliche Killerapplikation für die Etablierung bei KMU gefunden hat, stösst jetzt auch der St. Galler Businesssoftware-Hersteller Abacus ins Signatur-Horn. Die momentanen Bedürfnisse der Buchhalter adressiert eine zweite Neuerung der auf das Frühjahr geplanten Version 2005.1 der Software: Die Verwendung von verschachtelten PDF zum Datenaustausch und zur Archivierung.



Die Einführung der digitalen Signatur bedeutet für die Elektronisierung des Geschäftsverkehrs eine Revolution, ist Abacus-CEO Claudio Hintermann überzeugt. Sie sei bedeutender als die Einführung des Computers. Abacus sieht die kommende Softwareversion denn auch als neue Generation und unterstreicht dies mit dem geschützten Markennamen «digital erp».




Rechtskräftig wird die elektronische Unterschrift mit der Inkraftsetzung des Bundesgesetzes über die digitale Signatur ebenfalls im Frühjahr 2005. Bis sie allerdings im Geschäftsverkehr zwischen KMU zum Alltag wird, dürfte es noch einiges länger dauern, ist doch ihr Einsatz nur zwischen Partnern möglich, die beide eine entsprechende Infrastruktur in ihren Betrieben etabliert haben. Dieser Punkt wird einige Zeit in Anspruch nehmen, denn die sichere Schlüsselverwaltung ist alles andere als trivial. Ohne Druck durch den Staat oder durch eine Leitindustrie werden darum viele KMU die Einführung hinauszögern. In Verbindung mit der zweiten Neuerung bei Abacus, der Verwendung von PDF als universellem Dokumentenformat, kann die Signatur innerhalb der Firmen allerdings schon viel schneller einen Nutzen bringen. Mit ihr lassen sich etwa einzelne Dokumente oder ganze CDs für die gesetzeskonforme Archivierung oder das Steueramt versiegeln.
Dass sich ein ERP-Anbieter mit PDF auseinandersetzt, ist für Eric Scherer vom Zürcher ERP-Evaluationsberater i2s erfreulich. Dank der Verschachtelungsmöglichkeit wird so endlich eine einfache, strukturierte Ablage zum Beispiel von ganzen Bestellungen möglich. Zudem dürften die Abacus-Anwender gut gerüstet sein, wenn früher oder später in der Schweiz die EU-Archivierungsverordnung umgesetzt wird. Für das CD-Brennen bietet Abacus zudem eine interessante Zusatzfunktion, mit der automatisch ein Volltextsuchwerkzeug sowie Tools zur PDF-Darstellung auf allen gängigen Plattformen (Windows, Mac und Unix) mit auf die CD gepackt werden.



PDF wird von Abacus aber nicht nur als Archivierungsformat eingesetzt. Auch der Datenaustausch zwischen Unternehmen wird mit Adobes De-facto-Standard durchgeführt. Drittsysteme können die enthaltenen XML-Daten standardisiert übernehmen.




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