Künstliche Intelligenz crasht im Test

Künstliche Intelligenz crasht im Test

19. März 2004 - Selbst der beschränkteste Gaspedal-Cowboy ist um Potenzen intelligenter als jeder Fahrroboter.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/06

Gewisse Autofahrer gehören offensichtlich nicht zur geistigen Elite. Aber selbst der beschränkteste Vertreter der Gaspedal-Fraktion scheint unter seiner Schädeldecke noch unglaublich viel komplexere Gedankengänge zu verarbeiten als die ausgeklügeltste künstliche Intelligenz. Dieses Fazit lässt sich nach der ersten Ausgabe der DARPA Grand Challenge (Defense Advanced Research Project Agency) ziehen. Keines der selbständig operierenden Vehikel kam weiter als 7 Meilen, die meisten donnerten gar schon in Sichtweite des Starts in Mauern und Gräben.



Die Challenge erinnert mit dem Preisgeld von einer Million Dollar an die "Wer fliegt als erster über den Kanal"-Wettbewerbe zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Die Aufgabe an die teilnehmenden Teams war klar und für einen Menschen einfach. Die selbständigen Fahrroboter sollten, in weniger als zehn Stunden und ohne die Streckendetails vorher zu kennen, eine 320 Kilometer lange Wüstenstrecke zwischen Los Angeles und Las Vegas durchqueren.



Die Grenzen künstlicher Intelligenz zeigten sich jedoch schon kurz nach dem Start. Das einzige angetretene Motorrad fiel nach wenigen Metern in den Sand. Am weitesten kam ein Hummer-Geländefahrzeug des Roboterspezialisten William "Red" Witthaker von der renommierten Carnegie Mellon University. Der mit Hightech vollgepackte Militär-Koloss durchbrach zuerst etliche im Weg stehenden Hindernisse Kraft seiner Masse, bevor er sich nach etwas mehr als sieben Meilen in einer Böschung festfuhr, bis ein Pneu sich in Flammen spulte.



Trotz allem waren die Veranstalter der DARPA, der Forschungsabteilungen des US-Militärs, ob des Gezeigten begeistert. "Wir haben den gleichen ansteckenden Enthusiasmus gesehen, der Amerika gross gemacht hat", so Colonel Jose Negro. Das US-Militär will künftig mit selbständig operierenden Kampfpanzern in den Krieg ziehen, um die eigenen Verluste zu minimieren. Ob die Strategen auch davon träumen, künftig besiegte Länder wie den Irak mit Hilfe von Robotern zu kontrollieren, ist nicht überliefert.

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