Virtuelle Welten gegen Schmerz

Virtuelle Welten gegen Schmerz

5. März 2004 - Patienten vergessen ihren Schmerz, wenn sie durch fesselnde Virtual Reality abgelenkt werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2004/05

Schmerz ist eine individuelle Sache und hat eine, wie es scheint offensichtliche, psychologische Komponente. Hunter Hoffman vom Harborview Medical Center im amerikanischen Seattle hat nun gezeigt, dass das Abtauchen in fesselnde virtuelle Welten selbst starke reale Schmerzen vergessen machen kann.
Seine Versuche hat Hoffman mit Verbrennungsopfern durchgeführt. Diese empfinden beim Umkleiden durch eine Pflegeperson oft fast nicht auszuhaltende Schmerzen. Mit der Virtual-Reality-Brille vor den Augen und beispielsweise einer faszinierenden Eiswelt ausgesetzt mit atemberaubenden Eisbär- und Pinguinattacken, vergassen die Patienten aber ihren Schmerz. Sie merkten zwar immer noch, wie die Pflegeperson an ihnen hantierte, aber nicht mehr wie und wann im Detail, und vor allem – der Schmerz war weg.



Hoffman erklärt sich die schmerzstillende Wirkung virtueller Realitäten mit der Bindung der Aufmerksamkeit durch die abenteuerliche Scheinwelt. Schmerzempfinden benötigt eine bewusste Aufmerksamkeit, so seine Analyse, und das menschliche Hirn hat in jedem Moment nur eine begrenzte Menge davon zur Verfügung. Wenn wir die ganze Aufmerksamkeit mit der Scheinwelt besetzen, bleibt für den Schmerz nichts mehr übrig, so seine Erklärung.
Ähnliche Erfahrungen mit dem Einfluss von Virtual Reality auf Phobien, wie die krankhafte Angst vor Spinnen oder engen Räumen oder auch auf post-traumatische Stresssyndrome, zeigen ebenso, dass das menschliche Bewusstsein grossen Einfluss auf unsere materielle Wahrnehmung haben kann. Eine Weisheit, die Meditationslehren seit Jahrhunderten kennen.

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