Oracle kauft Open-Source-Datenbank

Mit der Übernahme der finnischen Innobase hat Oracle die freie Datenbank MySQL im Würgegriff.
21. Oktober 2005

     

Der Datenbankgigant Oracle hat die finnische Innobase zu einer nicht näher genannten Summe aufgekauft. Die beiden Hauptprodukte von Innobase, die vor 10 Jahren vom Datenbank-Spezialisten Heikki Tuuri gegründet wurde, sind die Storage-Engine InnoDB für die schwedische Open-Source-Datenbank MySQL und das dazu passende Hot-Backup-Utility InnoDB Hot Backup.
Charles Rozwat, Vizepräsident von Oracles Division Database and Middleware Technology, erklärte, dass man die InnoDB-Storage-Engine weiterentwickeln und Oracles Engagement für Open Source Software noch weiter ausbauen wolle. Um der Aussage noch mehr Gewicht zu geben, verweist Rozwat auf ein Clustered Filesystem, das Oracle zum Linux-Kernel beigetragen hat.







Für die schwedische MySQL, Entwicklerin der gleichnamigen Open-Source-Datenbank, ist Oracles Schachzug von grosser Bedeutung. InnoDB ist die einzige Storage-Engine für MySQL, welche die sogenannten Enterprise-Features Row-Level-Locking und Foreign Key Constraints unterstützt. InnoDB wird von MySQL zusammen mit dem kompletten MySQL-Server unter einem Dual-Licensing-Modell angeboten. Das heisst, dass sowohl eine GPL als auch eine kommerzielle Lizenz existieren. MySQL und Innobase sind durch einen Kooperationsvertrag verbunden, der im nächsten Jahr ausläuft. Sollte Oracle sich entschliessen, diesen nicht mehr zu verlängern, könnte MySQL InnoDB nur noch unter der GPL vertreiben und weiterentwickeln. Dies könnte für die Fortschritte von MySQL im Enterprise-Bereich zu einem herben Rückschlag werden, was auch passieren könnte, wenn Oracle InnoDB Hot Backup vom Markt nimmt, das einzige Hot-Backup-Werkzeug für InnoDB. Bislang gewinnt MySQL dem Deal aber vor allem Positives ab. Marten Mickos, CEO von MySQL, erklärte gegenüber der Presse: «Oracles Schritt stellt eine weitere Bestätigung der Open-Source-Bewegung dar. Wir sind über die verstärkte Akzeptanz der Industrie von Open-Source-Datenbank-Technologie erfreut.»


PHP Arm in Arm mit Oracle

Die israelische Zend hat die erste Version des zusammen mit Oracle entwickelten Produkts Zend Core for Oracle vorgestellt. Bei Zend Core for Oracle handelt es sich um eine modifizierte PHP-Version, die eine verbesserte Unterstützung für die Datenbank von Oracle mitbringt. So wurde die OCI8-Extension, welche PHP benötigt, um mit Oracle-Datenbanken zu sprechen, komplett überarbeitet. Das Paket ist für AIX, Linux und Solaris erhältlich – die Windows-Version liegt noch immer nur als Beta vor. Zend Core for Oracle kann kostenlos über das Oracle Technology Network heruntergeladen werden.




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