Ein Stück vom Amazon-Cluster

Ein Stück vom Amazon-Cluster

17. März 2008 - Amazon bietet mit EC2 virtuelle Server auf Basis von Xen und Linux zur Miete an. Die Steuerung via API ist ungewohnt, aber recht einfach.
Artikel erschienen in IT Magazine 2008/05

Der Online-Händler Amazon hat sein Angebot bereits seit einiger Zeit um IT-Services zur Miete erweitert. Zu den Diensten, die wir bereits in InfoWeek 02/2008 vorgestellt haben, gehören mit der Elastic Compute Cloud (EC2) und dem Simple Storage Service (S3) virtuelle Rechnerinstanzen sowie Online-Speicher. Bezahlt wird nach Verbrauch – sprich Rechenzeit, belegten Speicherplatz oder Bandbreite. Gleichzeitig kann man fast unbegrenzt viele Rechnerinstanzen starten respektive Online-Speicher belegen und den Verbrauch jederzeit wieder zurückfahren. So lässt sich skalieren, ohne dass Kosten für ungenutzte Ressourcen anfallen. Entsprechend interessant ist dies für Webangebote, die über kurze Zeit grosse Leistung benötigen (beispielsweise parallel zu einem Anlass), oder für Firmen, die die Kosten für die Anschaffung einer eigenen Infrastruktur scheuen.


Xenifiziert

Amazons EC2 basiert auf einer modifizierten Version von Xen, auf der Linux-Images mit Kernel 2.6 betrieben werden können. Zu jeder Instanz erhält man eine gewisse Menge Rechenkapazität, Arbeitsspeicher und Storage, wobei man zwischen verschiedenen Varianten wählen kann, die sich von der Menge der bereitgehaltenen Ressourcen unterscheiden (Details siehe Tabelle). Zusätzlich kann man zwischen einer 32- und einer 64-Bit-Plattform wählen.


Für die Nutzung von EC2 kommt man nicht direkt mit Xen in Kontakt. Die Steuerung funktioniert statt dessen über eine Web-Services-API (SOAP oder REST), für die auch Bibliotheken in Java sowie Kommandozeilenwerkzeuge (Java und Ruby) bereitstehen. Sie dienen unter anderem zur Inbetriebnahme und Überwachung der Maschinen. Für Perl existiert mittlerweile in CPAN ein Modul. Python-Programmierer erhalten mit Boto (code.google.com/p/boto/) ein Interface zu mehreren Amazon Web Services


Die Grundlage der virtuellen Maschinen für EC2 bilden sogenannte Amazon Machine Images (AMI), bei denen es sich um Loopback-Images für Xen handelt. Sie werden auf Amazons Online-Speicher S3 gelagert und von dort aus jeweils auf einen Server transferiert. Dort werden sie als Root-Partition montiert, deren Grösse vom jeweiligen Image abhängt. Den weiteren Speicher erhält man über separate Devices. Amazon bietet eine Reihe von vorgefertigten AMI auf Basis von Fedora Core an. Dazu kommen etliche hundert AMI von Dritten, die verschiedene Funktionen anbieten. Deren Benutzung erfolgt allerdings auf eigenes Risiko.

 
Seite 1 von 3

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER