Günstiger Einstieg ins Web

Dank Shared-Hosting-Anbietern kann man schon für unter 10 Franken pro Monat seine Webseite ins Netz stellen. Eine Marktübersicht.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2005/01

     

In den letzten Jahren hat sich der Shared-Hosting-Markt stark gewandelt. Die beinahe schon gebetsmühlenartig prophezeite Konsolidierung hat aber nie wirklich stattgefunden: Zwar sind einige Anbieter verschwunden, diese wurden aber durch etliche neue ersetzt, die im Stile von Dell mit günstigen Lösungen ab Stange grosse Marktanteile besetzen. So erfüllen manche Provider für unter 10 Franken pro Monat schon so ziemlich jeden Wunsch, ohne dass man beim Support oder bei der Verfügbarkeit Abstriche hinnehmen muss.


Grosse Unterschiede

Schon früh während der Vorbereitung der Vergleichsliste zeigte sich, dass die Pakete der einzelnen Provider zu unterschiedlich sind, um sie vernünftig miteinander vergleichen zu können. Entsprechend baten wir über hundert Anbieter, uns ihr selbstdefiniertes High-End-Angebot vorzulegen.
Besonders markant sind die Unterschiede beim Speicher: Hier findet sich eine Spannweite von 100 MB (Cyberlink) bis hin zu 5 GB (Möller Web Hosting), wobei die Angebote der meisten Anbieter zwischen 1 und 2 GB rangieren. Ähnliche Diskrepanzen finden sich bei den Kosten: Das Highend-Paket «Master» von hosttech (1000 MB Speicher) kriegt man bereits für gut 140 Franken pro Jahr. Am anderen Ende der Skala findet man Anbieter wie Netsolution oder Cybernet (beide 500 MB Speicher), bei denen man über 2000 Franken pro Jahr hinlegen muss.






Ebenso wie die Kosten pro Monat in den Keller gegangen sind, wurde von den Providern die Funktionalität der Shared-Hosting-Accounts verbessert. So findet man vermehrt auch weniger populäre Scriptsprachen wie Python oder Ruby, alternative Datenbanken wie PostgreSQL oder Mailinglisten in den Angeboten. Auch sind in vielen Bereichen die Limiten gefallen, die meist weder technische noch wirtschaftliche Gründe hatten, sondern bei vielen Providern nur existierten, um die einzelnen Angebote untereinander abzugrenzen. Dazu zählen beispielsweise die Beschränkungen für E-Mail-Aliase oder Subdomains.


Unlimitiert und unlimitiert

Auch wenn in der Tabelle bei vielen Angeboten und Optionen das Wort «unlimitiert» eingetragen ist, heisst dies noch lange nicht, dass man die entsprechenden Funktionen immer so lange ausreizen kann, bis der jeweilige Server nicht mehr kann oder keine Daten mehr durch die Standleitung passen. Insbesondere beim Datentransfer handelt es sich um Mischrechnungen, bei denen ein gewisser Datentransfer pro Monat und Kunde angenommen wird. Nutzt man als Kunde den Datentransfer über Gebühr aus, ziehen die Provider irgendwann die Notbremse. Wann dieser Punkt erreicht ist und was dann passiert, erfährt man entweder in den AGB des jeweiligen Anbieters oder durch gezielte Nachfrage.
Bei den meisten anderen Optionen kann man davon ausgehen, dass unlimitiert auch wirklich unlimitiert meint, wobei man die Dienstleistungen nicht weiterverkaufen darf, sofern es sich nicht um entsprechend gekennzeichnete Reseller-Angebote handelt.


Welchen Anbieter wählen?

Grundsätzlich gilt zu entscheiden, ob man Hosting auf einem unixoiden oder einem Windows-System benötigt. Wer PHP- oder Perl-Scripte verwenden und auf eine MySQL-Datenbank zurückgreifen will, sollte sich an ein unixoides System halten, da diese Applikationen dort «zuhause» sind. Gleiches gilt für Anwender von ASP und .NET-Applikationen, die sich auf Windows wohler fühlen. Für einfache Bedürfnisse sollte dies zusammen mit den Informationen aus der Tabelle für eine Entscheidung ausreichen.
Wer spezielle Applikationen einsetzen will, die anspruchsvolle Anforderungen an ein System stellen (Typo3 etc.), sollte sich im voraus beim Provider erkundigen, ob die Applikationen bei ihm lauffähig sind oder mindestens die Voraussetzungen erfüllt werden. Zudem sollte man den Provider nach einem Testzeitraum fragen, während dessen man die Software einrichten und einige Testläufe machen kann. Anbieter mit stark belegten Servern achten oft darauf, dass kein Anwender zu viel Prozessorlast verursacht. Passiert das doch, werden die Scripte kurzerhand deaktiviert. Bemerkt man dies erst, wenn man bereits einen Jahresvertrag abgeschlossen hat, ist es zu spät.


Gretchenfrage Sicherheit

Sicherheit ist bei Shared-Hosting-Umgebungen immer eine heikle Sache. Dies bewiesen die Santy-Würmer, die über die Weihnachtstage selbst gut gesicherte Webserver heimsuchten, indem sie Sicherheitslücken in der Forensoftware phpBB und in schlecht programmierten PHP-Scripten ausnutzten. Dabei wurden nicht nur die Eigner der Scripte getroffen, sondern oft auch die Seiten der Nachbarn. Wer solche Überraschungen keinesfalls erleben darf, sollte den Provider fragen, ob die Kunden beispielsweise durch Chroots, BSD-Jails oder virtualisierte Systeme voneinander abgegrenzt sind, oder direkt auf einen eigenen Server ziehen.




Die wichtigsten Schweizer Shared-Hosting-Anbieter (Teil1)




Die wichtigsten Schweizer Shared-Hosting-Anbieter (Teil2)




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