Cablecom: Kein Wholesale

Die Schweizer Zugangsprovider

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/15

     

Init Seven, Cyberlink und Netstream haben von der Cablecom eine Öffnung ihres Netzes verlangt – nun ist herausgekommen, dass ein entsprechendes Pilotprojekt bereits letztes Jahr gelaufen und anscheinend gescheitert ist. Die Argumentation der drei Zugangsprovider Init Seven, Cyberlink und Netstream, die momentan den ADSL-Markt auf Basis der Swisscom-Wholesale-Angebote beackern, ist so einfach wie einleuchtend: Die Cablecom habe durch die massive Bandbreitenerhöhung im letzten Jahr sowie durch die agressive Preisgestaltung bei Digital Phone gezeigt, dass das Netzwerk des Unternehmens eine echte Alternative zur berühmt-berüchtigten Letzten Meile der Swisscom darstellt. So verwundert es wenig, dass die drei Provider der Ansicht sind, dass es vom Nationalrat unverhältnismässig sei, ausschliesslich von der Swisscom die Freigabe der letzten Meile zu fordern, während die Cablecom nichts zur Marktöffnung beiträgt.






Die Cablecom zeigte sich bislang abwehrend gegenüber solcher Forderungen, doch nun ist herausgekommen, dass bereits letztes Jahr ein Wholesale-Pilotprojekt durchgeführt wurde. Doch dieses wurde anscheinend wieder eingestellt, angeblich aus technischen Gründen, wie es aus Providerkreisen heisst. Allerdings meldeten die Provider sogleich Zweifel an der Cablecom-Begründung an, dass ausgerechnet die Technik den Zugang zum Cablecom-Netz verunmöglichen soll. Viel eher glaubt man, dass man sich innerhalb der Cablecom nicht einig werden konnte, was man denn unter Wholesale zu verstehen habe. Zudem wird gemunkelt, dass der Abgang von Sandro Gerber, Cablecoms Verantwortlichem für «Partner Group und Wholesale», mit dem gescheiterten Pilotprojekt zu tun habe. Dass Gerber die Cablecom aus unterschiedlichen Auffassungen über die Strategie verlassen hat, wird zwar bestätigt, dies soll aber nichts mit dem abgebrochenen Pilotprojekt zu tun haben.




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