IBM zwischen Server und Client

IBM treibt mit ihrer Middleware «IBM Workplace» Server-basiertes Computing voran und positioniert sich gegen Microsoft.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/10

     

Nach langem Rätseln hat IBM endlich Details zu
ihrer neuen Client-Architektur mit dem Namen IBM Workplace bekanntgegeben. Mit ihr
stellt das Unternehmen eine Middleware (IBM Workplace Client Technology) vor, welche Daten sowie Anwendungen servergesteuert auf einer grossen Anzahl von
Client-Plattformen bereitstellen soll, unabhängig vom darunterliegenden Betriebssystem. IBM möchte damit Unternehmen dazu motivieren, sich vom voll ausgestatteten Desktop weg hin zum Server-basierenden Middlewaresystem zu bewegen.




Die Architektur besteht aus zwei verschiedenen Komponenten: Einerseits der Client-Plattform, welche auf dem Eclipse-Framework basiert, und andererseits der Middleware mitsamt dem Websphere Application Server und einigen anderen bereits bekannten Komponenten wie dem Lotus Workplace. Das Herz der Middleware ist die Java-Datenbank Cloudscape, welche IBM im Rahmen der Informix-Übernahme 2001 erworben hat. Die Applikationen, die auf den
Clients zur Verfügung gestellt werden sollen, stehen als sogenannte Portlets auf den Unternehmensportalen zur Verfügung, welche die nötige Funktionalität für E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank-Anwendung mitbringen. Anwendungen anderer grosser Softwarehäuser wie Adobe, Peoplesoft oder Siebel sollen sich ebenfalls aufrufen lassen.
Unterstützt werden von der Plattform unter anderem PCs, Handhelds, Smartphones und Embedded-Geräte. Die Verwaltung erfolgt zentral. Das darunterliegende Betriebssystem ist laut Aussagen von IBM-Verantwortlichen irrelevant: Die Technik unterstützt vorläufig Windows und Linux, später auch MacOS X und Unix.





Während es auf den ersten Blick so aussieht, als ob sich IBMs Client-Strategie primär gegen Microsofts Office wendet, geht man in Fachkreisen eher davon aus, dass der Workplace als Gegenkonzept zu Microsofts Rich-Client-Strategie konzipiert wurde, welche in Longhorn zum Zug kommen soll. Dafür spricht vor allem die Abstraktion der Applikationen vom darunterliegenden Betriebssystem, womit zukünftig die Entscheidung nicht für das eine oder das andere Betriebssystem getroffen werden soll, sondern für die Applikation.




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