Acrobat 6.0: Jeder darf seinen Senf dazugeben

Acrobat 6.0: Jeder darf seinen Senf dazugeben

17. April 2003 - Acrobat 6.0 glänzt mit gelungenen Kommentarfunktionen. Leider liessen sich die neuen Features nicht ohne Formatwechsel realisieren.
Artikel erschienen in IT Magazine 2003/08

Kein Zweifel, Adobe ist es mit dem Portable Document Format gelungen, die IT-Entscheider auf seine Seite zu ziehen. Von Industriefirmen, über Handelshäuser bis hin zu Gemeinden und Behörden setzen sie alle auf PDF-Dateien.



Grafikspezialist Adobe hat seit der Einführung 1993 die PDF-Technologie konsequent weiterentwickelt und legt voraussichtlich im Juni Acrobat 6.0 vor, jene Werkzeugkiste also, die für das Erstellen und die funktionale Kontrolle der PDF-Dateien benötigt wird.



Da die finale Ausführung noch auf sich warten lässt, begnügten wir uns beim vorliegenden Test mit einer Betaversion, die zwar stabil lief, hier und dort aber noch einige Macken aufweist.



Die Installation verlief erwartungsgemäss ohne Probleme. Erwähnenswert ist allenfalls, dass Acrobat 6.0 unter Windows 2000 das Service Pack 2 voraussetzt, was doch eher selten ist. Ebenfalls erstaunlich: Weder Windows 9x noch Me werden von der Professional-Version unterstützt. Anders hingegen die Standard-Ausführung, die auf den älteren Betriebssystemen problemlos eingesetzt werden kann.


Usability im Vordergrund

Adobe hat beim neuen Release den Funktionsumfang in verschiedener Hinsicht erweitert. Schon für die reine Erstellung der PDF-Dateien bieten sich zwei neue Möglichkeiten. Zum einen lassen sich auf Papier vorliegende Dokumente nun mit einer integrierten Texterkennung direkt in PDFs konvertieren, wobei dieselbe OCR-Engine zum Einsatz kommt, die auch bei Adobe Capture verwendet wird. Zweitens - und darauf haben viele schon länger gewartet - lassen sich beinahe beliebige Dokumente in einer Liste zusammenstellen, worauf Acrobat daraus per Mausklick ein einziges PDF generiert. Zwei Haken hat dieses Feature allerdings: Zum einen müssen die Stammapplikationen auf dem Rechner installiert sein, da direkt über den Druckertreiber der Anwendungen gearbeitet wird, zum anderen erfordert der Prozess ganz schön Rechenleistung vom System. Selbst auf einem 2-GHz-Rechner lassen sich andere Tasks daneben kaum mehr betreiben. Nichtsdestotrotz kann man mit diesem neuen Feature sehr viel Zeit sparen, sofern der Prozess beispielsweise vor der Znünipause initiiert wird.



Genauso praktisch ist die Funktion Dateigrösse reduzieren. Wie man richtig vermutet, werden dabei eingebettete Bilder wie auch Schriften neu komprimiert, wodurch sich je nach Ausgangsmaterial massiv Speicherplatz sparen lässt. Die Ergebnisse dieser Funktion sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen, und es empfiehlt sich unbedingt, die ursprüngliche mit der neuen Dateigrösse zu vergleichen. Bei der Neukomprimierung einer ins PDF-Format konvertierten Webseite war das Ergebnis nach der Reduktion um 10 Kilobyte grösser als das Ausgangsmaterial!



 
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