Mit Remote-Control-Tools Distanzen überwinden

Mit Remote-Control-Tools Distanzen überwinden

21. Mai 2001 - Jedes der neun Remote-Control-Pakete in unserer Übersicht hat seine Stärken; eine Universallösung für alle Anwendungsbereiche sucht man aber vergebens.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/19

Wer keinen Kopf hat, hat Beine. Diesen gemeinen Spruch muss sich der PC-Anwender dank Remote-Control-Tools nicht gefallen lassen: Die Softwareindustrie stellt zahlreiche Pakete zur Verfügung, mit der einzelne PCs oder ganze Gruppen von Clients aus der Ferne bedient werden können.



Remote-Control-Software kann mehreren Einsatzzwecken dienen, jedes der vorgestellten Tools eignet sich für bestimmte Bereiche mehr oder weniger gut. Neben den neun Produkten in unserer Tabelle lassen sich zudem weitere Programme unter dem Dachbegriff Remote Control subsumieren - so bietet Netmeeting zum Beispiel Funktionen wie Filetransfer und Whiteboard, und für einzelne Funktionen wie Filetransfer, Videoconferencing und Chat gibt es jeweils spezielle Software. Wir haben uns hier auf umfassende Remote-Control-Pakete beschränkt, die die drei wesentlichen Grundaufgaben beherrschen.


Desktop-Fernsteuerung: Die eigentliche "Control"-Funktion

Der gesamte Desktop der entfernten Station (Host) erscheint in einem Fenster auf dem kontrollierenden PC (Client). Der Host lässt sich mit der Maus und Tastatur des Client genau so bedienen, als ob die Ein- und Ausgabegeräte direkt angeschlossen wären. Vom Host zum Client wird dabei nur der Bildschirminhalt in komprimierter Form übertragen; in umgekehrter Richtung fliessen Mausbewegungen und Tastenbedienung. Es handelt sich also um eine echte Fernsteuerung: Die gesamte Verarbeitung erfolgt auf dem Host; auf Client-Seite werden bloss die Ein- und Ausgabegeräte beansprucht. Der Vorgang gleicht technisch dem Thin-Client-Verfahren. Der Host ist gewissermassen ein Terminal Server mit umgekehrtem Zweck: Der Client will nicht von der Rechenleistung des Host profitieren, sondern der Host von den Ein- und Ausgabegeräten des Client.



Zur Terminologie: Wir verwenden für den entfernten, zu kontrollierenden PC stets den Begriff "Host"; der fernsteuernde PC heisst Client. Je nach Produkt sind die beiden Seiten anders benannt: Bei NetOp nennt sich der Host auch Client, unser Client dagegen Guest. Noch einmal anders sieht es bei Peer-to-Peer-Produkten wie Timbuktu und ControlIT aus: Hier können beide Seiten je nach Einstellung der Berechtigungen sowohl die Host- als auch die Client-Rolle übernehmen.



Desktop-Fernsteuerung ist essentiell für Anwendungen wie Fernwartung und Fernüberwachung von PCs, Fernsupport und Demonstrationen im Klassenzimmer, bei denen es darauf ankommt, entweder sämtliche Funktionen des Host aus der Entfernung zu kontrollieren, Fehler zu beheben oder dem Anwender auf der Host-Seite die Bedienung seiner Hardware und Software zu erklären. Auf dem Host können dabei Tastatur und Maus wahlweise gesperrt werden oder für paralleles Arbeiten auf beiden Seiten aktiviert bleiben.



Auch für die Verwaltung von Servern können Remote-Control-Produkte eingesetzt werden: Als Zusatz zu den eigentlichen Server-Management-Tools, die zur Überwachung und Steuerung der Serverdienste eingesetzt werden, erlauben sie die komplette Bedienung eines Servers, der damit sogar ohne Bildschirm und Tastatur auskommt.



Neben einer möglichst stabilen und schnellen Verbindung ist bei der praktischen Arbeit eine Funktion besonders wichtig, die glücklicherweise alle Produkte bieten: Ist das Fenster auf der Client-Seite kleiner als die Bildschirmauflösung des Host, wird der Inhalt je nach Mausposition automatisch gescrollt. So erschliesst sich ohne weiteres die ganze Bildschirmfläche des Host-Desktops.



Bei langsamen Verbindungen hilft die detaillierte Bestimmung der übertragenen Inhalte, die die NetOp-Software in besonders raffinierter Weise bietet: Hier lässt sich festlegen, ob Hintergrundbilder, Desktop-Animationen und komplette Fensterinhalte über die Leitung gehen sollen, und die Farbtiefe lässt sich für schnellere Übertragung reduzieren.



Nicht alle Programme erlauben den Austausch der Zwischenablage zwischen dem Host-Fenster und den übrigen Anwendungen auf dem Client. Diese Funktion fehlt bei den Produkten von On Technology und leider auch beim beliebten LapLink-Paket. Für die Datenübernahme bleibt so nur der Transfer kompletter Dateien.



 
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