Schöne Aussichten für Windows-Benutzer

Für das nächste Jahr ist eine generalüberholte Windows-Version angesagt, die nicht nur mit einer ansprechend gestalteten Benutzeroberfläche daherkommt, sondern auch mit einer Vielzahl von Verbesserungen ausgestattet ist.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2005/21

     

Noch bis vor drei Monaten war es rund um Windows Vista – bislang vor allem unter dem Codenamen Longhorn bekannt – ziemlich ruhig. Microsoft hat es vorgezogen, nur wenige Informationen zum kommenden Windows zu publizieren. Vergangenen September, an der Professional Developers Conference (PDC) in Los Angeles, hat der Software-Gigant die Katze endlich aus dem Sack gelassen und eine neue Beta vorgestellt, die einen Grossteil der Neuerungen des kommenden Windows zeigt. Gleichzeitig hat Microsoft auch einen Strategiewechsel bei der Veröffentlichung der Windows-Vista-Betas bekanntgegeben. Fortan soll jeden Monat eine CTP-Beta (Community Technical Preview) erscheinen. Dabei handelt es sich zwar um weniger stabile Versionen als die grossen Beta-Meilensteine (Beta 1, 2 etc.), dafür ermöglichen diese einen besseren Einblick in den Entwicklungsfortschritt und helfen Drittanbietern, ihre Anwendungen, Hardware und Treiber sorgfältiger zu testen.


Eye Candy mit Aero Glass

Wir haben uns die Oktober-CTP von Windows Vista geschnappt und genauer unter die Lupe genommen. Augenfälligste Neuerung von Windows Vista ist zweifelsohne das neue Aero-Glass-Interface, das die Windows-Oberfläche mit transparent durchscheinenden Fenstern, Schatteneffekten und glasigen Buttons versieht. Mit Aero werden erstmals die Möglichkeiten der 3D-Grafikchips für die Darstellung von GUI-Effekten angezapft. Das ist auch der Grund dafür, dass der Aero-Glass-Look nur dann zur Verfügung steht, wenn im System eine entsprechend leistungsfähige Grafikkarte vorhanden ist (siehe auch Kasten «Systemvoraussetzungen»). Geschmäcker sind aber bekanntlich verschieden, und so wird das neue Vista-Outfit wohl vielen zu bunt und zu überladen vorkommen. Aus diesem Grund steht in Windows Vista wie schon beim Vorgänger der klassische Windows-2000-Look als Alternative zur Auswahl.


Flip 3D und Live Thumbnails

Auch sonst bietet die Bedienoberfläche von Windows Vista viele effektvolle, aber auch nützliche Detailverbesserungen. Dazu gehören die zwei neuen Features Flip 3D und Live Thumbnails, die bei einer grossen Zahl von geöffneten Anwendungen helfen, das gewünschte Fenster zu selektieren. Flip 3D (via Windows- und Leer-Taste aufrufbar) ist eine neue Variante des Task Switcher (Alt-Tab), der die laufenden Anwendungen in Form von übereinander gelegten Preview-Screens anzeigt.
Sehr praktisch sind auch die neuen Live Thumbnails: Fährt der Benutzer in der Windows-Taskleiste über eine minimierte Anwendung, wird ihm ein geschrumpftes Preview-Fenster mit deren Inhalt angezeigt.
Neu gibt es im Startmenü ein Suchfeld, über das man schnellen Zugriff auf alle auf der Platte gespeicherten Programme erhält. Dazu braucht man in der Regel nur zwei bis drei Buchstaben des Programmnamens einzutippen. Wer beispielsweise Notepad starten möchte, gibt «No» ins Suchfeld ein. Darauf werden alle mit «No» beginnenden Einträge angezeigt und lassen sich dann bequem per Mausklick starten.


Desktop Search

Eine brauchbare Suchfunktion gehört in den bisherigen Windows-Versionen wohl zu den am schmerzlichsten vermissten Features. Mit der Einführung einer Volltext-Such-Engine, die diesen Namen auch tatsächlich verdient, bereitet Microsoft diesem Missstand nun endlich ein Ende. Die Search-Engine, deren verwendete Technologie zu einem grossen Teil aus MSN-Search stammt, arbeitet als Service im Hintergrund von Windows Vista und indiziert laufend alle auf der Harddisk abgelegten Daten. In Windows XP gab es zwar einen ähnlichen Dienst, dieser war aber nicht nur langsam und ineffizient, sondern lieferte auch unpräzise Resultate. Vistas Such-Engine arbeitet um ein Vielfaches schneller und bietet einige interessante Extras. So lassen sich Daten nicht nur im Volltext, sondern auch unter Verwendung von Metadaten – in Windows Vista File Properties genannt – durchsuchen. Dabei handelt es sich um Informationen, mit denen Inhalt und Zugehörigkeit einer Datei weiter beschrieben werden können. Typische Beispiele dafür sind etwa Zusatzinformationen wie Titel, Autor, Subjekt oder Firma, die sich mit jedem Word-Dokument abspeichern lassen. Vorhandene File Properties werden von der Such-Engine automatisch erkannt und indiziert. Zwar unterstützen Office-Anwendungen das Property-Konzept bereits in den aktuell verfügbaren Versionen, damit aber möglichst alle Dateien Metadaten-basiert durchsucht werden können, müssen auch Dritthersteller ihre Anwendungen entsprechend anpassen. Wünschenswert wäre, wenn die Eingabe der Properties bereits im «Save as»-Dialog vorgenommen werden könnte. Anwender, die ihr File-System um eigene Properties erweitern wollen, können dies über ein XML-Konfigurations-File vornehmen.


Virtuelle Ordner

Such-Engine und Metadaten spielen auch innerhalb des File-Systems für die kategorisierte Darstellung von Daten eine zentrale Rolle. So lassen sich Dateien mit Hilfe von sogenannten Virtual Folders organisieren. Dabei handelt es sich nicht um physisch vorhandene Verzeichnisse, sondern vorkonfigurierte Suchjobs. Sobald ein Virtual Folder geöffnet wird, erzeugt die Such-Engine on-the-fly ein Verzeichnis mit allen Dateien, die dem Suchkriterium entsprechen, und unabhängig davon, auf welcher Festplatte und in welchem Verzeichnis sie physisch gespeichert sind. Die Windows Vista Beta verfügt bereits über eine Reihe von vorbereiteten Virtual Folders wie «All Music», «Albums», «All Documents», «All Videos» und «Authors», die das Grundprinzip auf anschauliche Weise demonstrieren. Anwender können nach Belieben eigene virtuelle Verzeichnisse anlegen, um beispielsweise alle Dateien eines bestimmten Projektes in einem Virtual Folder zusammenzufassen.


Stapel und Brotkrümel

Ergänzt werden die Virtual Folders durch Stacks (Stapel), mit deren Hilfe sich Dateien anhand der File Properties in Unterordner zusammenfassen lassen. Ausserdem können Dateien anhand ihrer Metadaten gruppiert angezeigt werden. Auf diese Weise liessen sich die in obigem Beispiel genannten Projektdateien gruppiert nach Autor anzeigen. Windows Explorer verfügt neu über die auf Websites oft verwendete Breadcrumb-Navigation (z.B. Computer > Local Disk (D:) > Program Files). So weiss man jederzeit, wo man sich in der Verzeichnishierarchie befindet und kann auch sehr schnell wieder in übergeordnete Verzeichnisse wechseln. Neu wird am Fuss des Windows-Explorer-Fensters die Property Bar angezeigt. Diese zeigt zu jeder Datei die zugewiesenen Properties an und ermöglicht auch das Zufügen von eigenen Schlüsselwörtern.


Windows Sidebar

Analog zu den Widgets, die in Apples Mac OS X zu finden sind, will Microsoft in Windows Vista mit den sogenannten Gadgets ebenfalls ein System zum Abspielen von Mini-Applikationen einführen. Dazu gibt es neu eine Windows Sidebar, auf der sich die Gadgets andocken lassen. In der aktuellen Vista Beta ist die Sidebar offiziell noch nicht vorhanden, lässt sich mit einigen Tricks jedoch freischalten. Zum derzeitigen Angebot an integrierten Minianwendungen gehören wenig spektakuläre Gadgets wie Desktop-Suche, Uhr sowie ein einfacher RSS-Reader. Die Sidebar hinterlässt noch einen sehr instabilen Eindruck, und dies ist vermutlich auch der Grund dafür, dass sie in der Beta offiziell fehlt. Für die kommenden Vista Builds dürfte die Sidebar nochmals kräftig überarbeitet werden. Zudem ist davon auszugehen, dass Microsoft in der endgültigen Version von Windows Vista eine Reihe von attraktiveren Gadgets als die derzeit vorhandenen mitliefern wird.
Gadgets wird man übrigens ohne allzu grossen Aufwand auch selber programmieren können. Sie basieren auf Technologien wie DHTML, Atlas (ASP.Net-Implementation von AJAX), Windows Presentation Foundation (WPF) oder ActiveX (mehr Infos unter microsoftgadgets.com).


Internet Explorer 7

In den letzten Jahren ist die Entwicklung rund um den Internet Explorer beinahe stillgestanden. Zwar hat Microsoft seinen Browser in regelmässigen Abständen mit Sicherheits-Patches versorgt, von Plänen für eine neue Version fehlte aber lange Zeit jede Spur. Das Resultat: Konkurrenz-Browser wie Firefox oder Opera haben bei den Nutzerstatistiken gegenüber Internet Explorer an Boden gutgemacht. Das mag den Riesen aus Redmond wachgerüttelt haben und der Grund dafür sein, dass mit Windows Vista (und auch für Windows XP) nun endlich wieder eine neue Version des Microsoft-Browsers kommt. Mit Version 7 bringt Microsoft viele der Funktionen seiner Mitbewerber. Allen voran das Tabbed-Browsing, mit dem sich komfortabel mehrere Browser-Sessions gleichzeitig verwalten lassen. Verschiedene Tabs lassen sich in Gruppen zusammenfassen und können per Mausklick auf einen Schlag geöffnet werden. Praktisch ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Quick-Tab-Funktion, die mit Hilfe von Miniaturbildern den aktuellen Ladezustand aller Sessions auf einen Blick zeigt. IE 7 bietet auch Support für RSS. Dabei werden von einer Website angebotene Feeds automatisch erkannt und durch ein rotes RSS-Symbol in der Toolbar signalisiert. Ein Klick auf den gewünschten Feed zeigt dessen Inhalt in sauber formatierter Form. Der RSS-Support in IE 7 kommt in keinster Weise an die Funktionen eines RSS-Aggregators heran, erlaubt aber immerhin, eine Handvoll ausgewählter Feeds via Favoriten für das tägliche Durchstöbern verfügbar zu machen.






Da Internet Explorer insbesondere wegen Security-Problemen immer wieder in die Schlagzeilen geraten ist, wird Microsoft nicht müde, die neuen Sicherheitsfunktionen seines Browsers herauszustreichen. Eine davon ist der Phishing Filter, der Websites einerseits automatisch nach verdächtigem Content absucht und andererseits mit einer Liste bekannter Phishing Sites vergleicht. Bei suspekten Sites wird eine Warnmeldung ausgegeben oder der Zugang zur betreffenden Site blockiert. Für künftige Betaversionen ist zudem geplant, IE 7 um einen neuen Betriebsmodus, den sogenannten Protected Mode, zu erweitern. In diesem Modus verfügt der Browser zwar über genügend Rechte, um im Internet auf Webseiten, nicht aber, um auf Benutzereinstellungen und Daten zuzugreifen.


Neue Applikationen

Neben Internet Explorer 7 wurde auch ein Grossteil der übrigen in Windows integrierten Anwendungen überarbeitet. Zudem gibt es einige Applikationen, die neu hinzugekommen sind:



Adressbuch: Das Adressbuch fungiert jetzt als zentraler Kontaktspeicher, in dem E-Mail-Clients und ähnliche Programme Adressdaten gemeinsam verwalten können. Zudem soll der Kontaktspeicher die Synchronisation von Adress-Informationen zwischen PC und Mobilgeräten erheblich vereinfachen.



Windows Calendar: Ebenfalls neu ist die elektronische Agenda Windows Calendar, mit der sich Termine und Ereignisse verwalten und via Internet sharen lassen (per ICS oder RSS).



Windows Backup: Hinter Windows Backup (bisher «SafeDocs») verbirgt sich ein Backup-Werkzeug, mit dem Benutzer ihre Daten einfacher als bisher in automatisierter Form auf Netzwerk-Drives oder externen Speichermedien sichern können.



Shadow Copy: Der bereits mit Windows Server 2003 eingeführte Shadow Copy Client kann automatisch Sicherheitskopien von Dateien anlegen, die sich im Fehlerfall wieder herstellen lassen.



Outlook Express: Die überarbeitete Version von Outlook Express wird in der finalen Vista-Ausgabe nicht mehr den Namen Outlook, sondern die wenig spektakuläre Bezeichnung Windows Mail tragen. Windows Mail verfügt über einen Junk-Mail-Filter, der auf Microsofts SmartScreen-Technologie aufbaut. Sämtliche
E-Mail-Adressen werden zentral im oben beschriebenen Kontaktspeicher verwaltet. Microsoft hat auch den Mail-Speicher überarbeitet und soweit geöffnet, dass er sich via Desktop Search absuchen lässt. Die Suche muss allerdings etwas umständlich über den Search-Befehl im Startmenü ausgeführt werden und kann seltsamerweise nicht wie beim Windows Explorer über die oben rechts plazierte Search Box gestartet werden.



Windows Media Player 11: Im Vista Build 5231 ist erstmals die neue Version 11 des Media Players zu sehen. Das User-Interface des Players wurde stark überarbeitet und die Bedienung vereinfacht. Wohl als Reaktion auf den Erfolg von Apple iTunes rückt auch beim neuen Microsoft-Player die Media Library in den Mittelpunkt. Dabei werden die neuen Möglichkeiten des File-Systems bezüglich Metadaten, Suche und Stacks voll ausgereizt. So lässt sich die Library mit Hilfe von Metadaten (Interpret, Album, Erscheinungsjahr etc.) gruppieren, um etwa alle Alben eines Interpreten anzuzeigen.


Applikations-Cache

Mit SuperFetch wurde in Windows Vista eine neue Technologie integriert, die laufend überwacht, welche Applikationen am häufigsten gestartet werden. Der Code der am meisten benutzten Applikationen wird aufgrund dieser Analyse vorab in den Speicher geladen, womit die Ladezeit der betreffenden Anwendung spürbar verringert wird. Das Coole an SuperFetch ist, dass es auch USB-Memory für seine Zwecke nutzen kann. So kann man einen ungenutzten USB-Stick einfach in seine Maschine stöpseln und erhält automatisch zusätzliches Memory für das Applikations-Caching (inklusive Verschlüsselung) zugewiesen. Mit einem 512-MB- oder 1-GB-Stick, die mittlerweile zur sehr attraktiven Preisen zu haben sind, lässt sich die Performance des Systems mit geringem Aufwand deutlich verbessern. Dieses Feature dürfte vor allem auch für Notebook-Benutzer interessant sein, da bei einem Mobilgerät die Möglichkeiten, den Speicher zu erweitern, oft stark begrenzt sind.
Mit dem Network Center erhält Vista ein komplett überarbeitetes Network-Front-end, das die Konfiguration von Netzwerkverbindungen erheblich erleichtert. Der Nachfolger der bisherigen «My Network Places» ist im aktuellen Build 5231 zum ersten Mal zu sehen und bietet neben einer visuellen Darstellung des Netzwerklayouts eine Liste mit allen verfügbaren Verbindungen sowie schnellen Zugriff auf die wichtigsten Netzwerk-Operationen wie zum Beispiel «Create Ad-hoc Network», «Connect to the Internet» oder «Diagnose». In der vorliegenden Fassung verfügt das Network Center nur etwa über die Hälfte der Funktionen des endgültigen Produktes. Es zeigt sich aber bereits heute, dass
der Umgang mit Netzwerkfunktionen in Vista für den fortgeschrittenen Normalbenutzer deutlich einfacher wird.


User Account Protection

Nach wie vor gibt es viele Windows-Benutzer, die mit dem Administrator-Account oder zumindest mit einem Konto arbeiten, das über Administrationsrechte verfügt. Dies, obwohl Microsoft mit Windows 2000 und XP vorgefertigte, limitierte Accounts integriert hat, die wesentlich mehr Sicherheit bieten. Der Grund dafür ist Bequemlichkeit, denn Administrationsrechte machen vieles einfacher. Es lassen sich ohne Einschränkungen Programme installieren und Einstellungen verändern. Leider erhöhen Administrationsrechte aber auch das potentielle Sicherheitsrisiko. Denn von den uneingeschränkten Rechten können nicht nur unliebsame Eindringlinge, sondern auch bösartige Programme (Malware) profitieren.
Mit der User Account Protection (UAP) will Microsoft den Benutzern das Arbeiten mit einem limitierten Account schmackhaft machen. Dabei geht UAP das Problem aus zwei Richtungen an. Auf der einen Seite werden die Privilegien des limitierten Accounts in vielen Bereichen soweit wie möglich erweitert, ohne dabei die Sicherheit zu reduzieren. So wird man künftig die Zeitzone auch mit einem limitierten Account anpassen können, nicht aber die sicherheitskritische Systemzeit. Auf der anderen Seite wird es möglich, unter einem limitierten Account Administrationsrechte auszuborgen. Will ein Anwender beispielsweise die Systemzeit umstellen, kann er nun auf einen Unlock-Button klicken und sich temporär mit einem Administrationskonto authentifizieren. Das unter Windows XP notwendige Account-Switching entfällt.


Integrierte AntiSpyware

UAP ist nur eine von einer ganzen Reihe von Technologien, die Microsofts Security-Initiativen in Vista widerspiegeln. So wird das neue Betriebssystem auch einen Malware-Schutz erhalten, der auf Microsofts AntiSpyware basieren wird. Diese befindet sich derzeit selber noch im Betatest, dürfte aber in Kürze für Windows XP erscheinen. Die integrierte Windows Firewall wird künftig auch ausgehenden Verkehr überwachen können. So kann nun für bestimmte Applikationen die Kommunikation mit anderen Systemen gezielt unterbunden werden. Damit lässt sich der Rechner besser vor sogenannten «Zombie»-Attacken schützen, bei denen ein System für die Verbreitung von Spam oder Internet-Angriffen missbraucht wird.


Network Access Protection

Ein vielversprechendes Feature, das allerdings erst nach Verfügbarkeit von Longhorn Server nutzbar sein wird, versteckt sich hinter dem Begriff Network Access Protection. Dabei handelt es sich um einen Agenten, mit dem ein Windows Vista Client davon abgehalten werden kann, sich mit einem Netzwerk zu verbinden, wenn er die nötigen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt. Verfügt ein Rechner beispielsweise nicht über die aktuellsten Sicherheits-Updates oder die neuesten Viren-Signaturen, wird die Verbindung mit dem Netzwerk verweigert. Die entsprechende Infrastruktur, um die Zugriffskontrolle zu vollziehen, wird wie oben erwähnt erst in Longhorn Server (ursprünglich für Windows Server 2003 Release 2 geplant), der 2007 auf den Markt kommen wird, vorhanden sein.


Windows Vista Backports

Wer nach dem Launch von Windows Vista nicht sofort umsteigen will, muss nicht zwangsläufig auf alle Features des neuen Betriebssystems verzichten. Einige der neuen Technologien werden auch für ältere Windows-Versionen verfügbar gemacht. Dazu zählt beispielsweise Internet Explorer 7, der auch für Windows XP mit Service Pack 2 auf den Markt kommen wird. XP-Benutzer müssen allerdings auf einen Teil der neuen IE-Funktionen wie etwa den Protected Mode verzichten, da diese explizit auf Vista-Funktionen aufsetzen. Auch WinFX, der Nachfolger des .Net Framework 2.0 wird für «ältere» Windows-Plattformen (XP/2003) verfügbar gemacht. Das neue Dateisystem WinFS, das erst einige Monate nach Windows Vista auf den Markt kommt, wird ebenfalls auf Windows XP und Windows Server 2003 portiert. Zu guter Letzt hat Microsoft vor kurzem durchsickern lassen, dass wohl auch die Windows Sidebar für Windows XP auf den Markt kommen soll.


Wieviel Power muss es sein?


Viel wurde über die Systemvoraussetzung spekuliert, die Windows Vista in seiner endgültigen Form erfordern wird. Teilweise wurden Microsofts Aussagen missinterpretiert, so dass in einigen Presseartikeln gar von bizarren Systemempfehlungen mit 5-GHz-Prozessor und 2 Gigabyte RAM die Rede war. Tatsache ist, dass Microsoft die genauen Hardwarevoraussetzungen erst kurz vor Erscheinen von Windows Vista bekanntgeben wird. Dabei ist klar, dass man in Redmond alles versuchen wird, die Anforderungen so gering wie möglich zu halten, damit die potentielle Zielgruppe zum Absetzen von Vista-Updates möglichst gross sein wird. Wir rechnen damit, dass sich die Mindestkonfiguration mit 512 MB RAM und einem Prozessor zwischen 1,6 und 2 GHz bewegen wird. Auf unserem Testsystem, das mit einem 2,2 GHz Pentium M und 1 GB RAM ausgestattet ist, lief die aktuelle Windows Vista Beta bereits sehr flüssig.
Wer allerdings in den Genuss des Aero-Glass-Effekts und anderen grafischen Gimmicks wie Flip 3D kommen will, braucht eine moderne 3D-Grafikkarte mit DirectX-Support und mindestens 64 MB Video-RAM. Für Systeme mit weniger leistungsfähigeren Grafikadaptern gibt es das Aero-Interface in abgespeckten Varianten, die dann nicht ganz so effektvoll, aber immer noch ansprechend aussehen.

(ubi)


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