Christopher Burkhard, Chef von Avaro

Christopher Burkhard, Chef von Avaro

6. Mai 2003 - "Begriffe wie 'flexibel' oder 'einfach' sind abgedroschen und lassen sich kaum noch überzeugend kommunizieren."
Artikel erschienen in IT Magazine 2003/09

Collaboration-Software gibt es wie Sand am Meer. Wieso hat die Welt ausgerechnet auf Adarvo Themeware gewartet?
Auf dem Collaboration-Markt fanden wir schlichtweg nichts, was unsere Anforderungen hinsichtlich Ease-of-Use und Akzeptanz erfüllte. Wir waren aber überzeugt, mit unseren Konzepten diese Mängel zu beseitigen. Allerdings sind die Begriffe "einfach", "flexibel" und "leistungsfähig" heute so abgedroschen, dass solche Qualitäten sich nur noch schwer kommunizieren lassen. Wenn aber ein Benutzer bei einem neuen Produkt feststellt: "Das ist wirklich etwas Gutes!", ist das ein sehr befriedigendes Gefühl. Es gehört zu unseren Zielen, solche Emotionen auszulösen.



Die Themeware bieten Sie als Mietlösung zu fixen Monatstarifen an. Glauben Sie, dass das ASP-Modell Erfolg haben wird?
Adarvo ist etwa so sehr eine ASP-Lösung wie E-Mail, wo nur wenige einen eigenen Server betreiben wollen, dies aber grundsätzlich möglich ist. Ein eventuelles Akzeptanzproblem in Sachen ASP hat jeweils viel mit der Anwendung selbst zu tun.



Sie haben 1999 Ihre Softinc-Anteile an die Sage Group verkauft; nun hat Sage auch Winware erworben. Wie sieht die Zukunft der Schweizer ERP- und Finanzsoftware aus?
Man könnte meinen, dass nur noch Einheitsbrei erhältlich sein wird. Ich denke aber, dass diese Entwicklung innovativen Firmen auch eine Gelegenheit bietet. Dazu kommen alle Branchenlösungen, die kaum durch die Internationalen abzudecken sind. Auch der Dienstleistungsbedarf wird nicht sinken.



Haben unabhängige Softwarehersteller also intakte Chancen?
Die Schweiz ist ein kleiner Markt und erst noch dreisprachig. Trotzdem gibt es Segmente, die von einem "Kleinen" abgedeckt werden können. Der ERP- und Finanzsoftware-Markt basiert auf intensiven Kundenbeziehungen, die sich nicht standardisieren lassen. Das Konzept von Winware und Softinc, gute Beziehungen zu Vertriebspartnern aufzubauen, welche die Kundenbeziehungen in einen hohen Dienstleistungsanteil umsetzen, gilt immer noch.



Nach dem Softinc-Ausstieg haben Sie Bazket Case gegründet, dann Adarvo. Ist schon das nächste Projekt am Entstehen?
An neuen Ideen herrscht bei mir kaum Mangel. Andererseits ist eine Idee allein wenig - die echte Arbeit liegt in der Umsetzung. Wir haben ein Super-Team und ein gutes Produkt, aber der Weg zur gewünschten Verbreitung ist noch lang. Adarvo wird darum noch einige Zeit mein Hauptinteresse bleiben.

(ubi)

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