Hauptmotiv Kostenkontrolle

Hauptmotiv Kostenkontrolle

25. März 2003 - Savings, Performance, Security, Agility: Eine Serverkonsolidierung ist nicht billig, bringt aber nach erfolgreichem Abschluss vielfältige Vorteile.
Artikel erschienen in IT Magazine 2003/06

Warum konsolidieren? Es ist ja schön, wenn die IT-Landschaft plötzlich durch Übersicht glänzt. Mit der Konsolidierung wird aber auch die Verfügbarkeit und Sicherheit der Systeme erhöht - das Resultat verheisst geringere Downtime. Eine Availability von 99,9 Prozent lässt sich auf separaten Systemen nur mit erheblichem Aufwand erreichen. Ein weiterer Vorteil: Der Betrieb der Applikationen auf einem konsolidierten, grossen System, das leicht zu verwalten und durch Hinzufügen von Prozessoren oder ganzen Servermodulen jederzeit zu erweitern ist, macht die Unternehmens-IT flexibler und erlaubt, gemäss dem Motto "Business Agility", rasch auf veränderte Anforderungen zu reagieren.



Der Hauptantrieb, den doch recht aufwendigen Prozess der Serverkonsolidierung in Gang zu setzen, ist jedoch handfester - mittel- und langfristig spart man nämlich Kosten, und zwar gleich mehrfach:




• Zentrales Management und physische Zusammenlegung reduzieren unmittelbar die Administrations- und Supportkosten. Für die Verwaltung von 20 kleineren Windows-Servern rechnet man mit drei Fulltime-Administratoren; ein konsolidierter Server lässt sich durch eine einzige Kraft managen. Ersparnis je nach Betriebsgrösse: 30 bis 85 Prozent. Im typischen SAP-Umfeld läuft konventionell jedes Modul auf einem eigenen Server und muss separat verwaltet werden - es liegt auf der Hand, dass die Administrationskosten bei einer Zusammenlegung drastisch sinken.




• Reduzierte Hardware-Gesamtkosten beim Einsatz grosser Server: Mit der Konsolidierung eines Parks von 50 Zwei-Prozessor-Servern (Einsatzdauer durchschnittlich drei Jahre) auf ein grosses, langlebigeres System (fünf Jahre) werden laut Unisys 50 bis 75 Prozent eingespart.




• Einsparungen gibt es auch bei der Software: Wenn bisher getrennte Einzellizenzen für Betriebssysteme und Applikationen zu einer einzigen Gesamtlizenz kombiniert werden, sinkt der Preis - oft profitiert man erst damit von einem unternehmensweiten Lizenzmodell.




• Und noch etwas: Untersuchungen zeigen, dass in einer verteilten Serverlandschaft die allermeisten Systeme nur zu einem kleinen Teil ausgelastet sind; durchschnittlich sind es gerade mal 40 Prozent. Die restlichen 60 Prozent der Serverkapazität stehen fast immer nutzlos herum und werden nur bei Lastspitzen benötigt. Im Lauf einer Konsolidierung werden die tatsächlich benötigten Ressourcen ermittelt und die Hardware dem Bedarf angepasst. Die Spitzen werden durch dynamische Verteilung der Ressourcen abgefangen - das kommt insgesamt billiger als die Anschaffung von punktueller Überkapazität.



Die effektiv erzielbaren Einsparungen lassen sich allerdings erst nach einer eingehenden Analyse auf den einzelnen Fall zugeschnitten beziffern. Sie hängen, meint Christian Eggenberger, Managing Consultant von IBM Global Services, von der Konsolidierungsstufe und der Heterogenität der bestehenden IT-Umgebung ab. "Bei einer Schweizer Versicherung haben wir mit einer Serverkonsolidierung auf Wintel-Basis eine Einsparung von rund 13 Prozent pro Jahr erreicht. In einer umfassenderen Konsolidierung wurden 17 Prozent eingespart."


Gesamtkosten: Einzelserver versus Grosssystem

Der modellhafte Unisys-Vergleich, basierend auf den Marktpreisen 2000, zeigt deutliche Kostenvorteile bei der Konsolidierung von Hardware und Software: Das Beispiel vergleicht eine Installation von 32 Intel-basierten Zwei-Wege-Servern mit einem ES7000-System samt Betriebssystem und Storage an jeweils zwei Standorten.



Bereits die Anschaffungskosten liegen bei den Einzelservern leicht höher: Zwar kommt das ES7000, das zusammen mit dem Betriebssystem geliefert wird, etwa doppelt so teuer wie die kleinen Server mit separater OS-Lizenz. Die zusätzlichen Kosten für die Vernetzung der Server sowie die bei separaten Servern nötige Testumgebung fallen jedoch weg.



Im Lauf der Zeit erweist sich das konsolidierte Modell noch günstiger: Die Unterhaltskosten für die Hardware sind erheblich höher, ebenso der Austausch der Server nach der angenommenen Lebensdauer von drei Jahren. Insgesamt spart das Unternehmen in fünf Jahren rund eine Million Dollar oder 32 Prozent.



Die klar günstigeren Implementationskosten dürfen über eines aber nicht hinwegtäuschen: Ohne fachkundige Mitarbeiter geht auch im konsolidierten Data Center nichts. Einen Teil der eingesparten Administratorkosten lenkt man mit Vorteil in die Schulung des Personals um - und in attraktive Arbeitsbedingungen. Der Verlust eines erfahrenen Systemverantwortlichen kann teuer zu stehen kommen, was den CIOs durchaus nicht entgangen ist: Eine Gartner-Umfrage zeigte bereits 2001, dass den IT-Chefs nach dem Kostendruck der Mangel an qualifiziertem Personal am meisten auf den Magen schlägt. Dies dürfte sich trotz der gegenwärtigen Job-Flaute nicht wesentlich geändert haben.



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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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