Speicher satt im Netzwerk

Speicher satt im Netzwerk

17. August 2007 -
Artikel erschienen in IT Magazine 2007/14

Mit auffälliger Gleichzeitigkeit haben diverse bekannte Anbieter in den letzen Tagen neue oder stark erweiterte Online-Storage-Angebote lanciert. Bei Microsoft heissen die bisherigen Windows Live Folders nun modisch «SkyDrive»; in der Betaphase – anders kann man heutzutage offenbar keinen neuen Dienst mehr einführen – kriegt der eingetragene Kunde 512 Megabyte Speicherplatz gratis. Apple hat bei seinem Dotmac-Dienst, bisher im Verhältnis zu den Features oft als eher überteuert empfunden, den
Speicherplatz verzehnfacht: Nun sind zum gleichen Preis zehn Gigabyte inklusive. Und Google hat
vorausschauend erkannt, dass die zunehmende Popularität von Services wie Picasa und GMail (vor allem beim Einsatz als Mail-Archiv) nach mehr Speicherplatz schreit. Hier gibt es nun Storage-Abos in
verschiedenen Abstufungen, wobei die Maximalvariante mit 250 Giga zu jährlich 500 Dollar schon fast etwas absurd wirkt.



Onlinespeicher satt gibt es aber nicht nur bei den Amerikanern. Mancher Schweizer Webhoster bietet seinen Kunden für ein paar Franken pro Monat heute ebenfalls zehn oder mehr Gigabyte auf den Server-Festplatten, die sich natürlich nicht nur als Webspace, sondern auch zur Ablagerung von Daten allgemeiner Natur nutzen lassen. Ein FTP-Account ist ja schnell eingerichtet, und geeignete Backup-Software gibt es zuhauf.



Ob US-Storage oder Schweizer Hausmanns-Speicherkost, ein Problem besteht bei allen Internet-Speicherdiensten, wenn sie nicht bloss zur gelegentlichen Archivierung einiger Dokumente, sondern laufend fürs ausgelagerte Backup zu Disaster-Recovery-Zwecken genutzt werden sollen: Viele kleinere Unternehmen nutzen für den Internet-Zugang im Höchstfall einen Business-ADSL-Anschluss, und auch der bietet beim Upload nur einen beschränkten Durchsatz. Datensicherung im Gigabyte-Bereich braucht viel Zeit und entsprechende Geduld. Wer schon einmal grössere Datenmengen mit 1000 oder gar bloss 500 Megabit pro Sekunde durchs Internet gezwängt hat, weiss, wovon ich rede. Die Alternative, eine DSL-Leitung mit symmetrischer Bandbreitenverteilung, ist nicht nur für Privatanwender, sondern auch für sehr viele KMU nach wie vor zu teuer – wenn sie ihr Geld nicht mit einem Internet-abhängigen Kern­business machen und sowieso auf einen starken Anschluss angewiesen sind.



Datensicherheit beginnt jedoch nicht im Internet, sondern im Unternehmen selbst. Das Thema Storage geniesst folgerichtig auch anbieterseitig höchste Aufmerksamkeit. Neben den Branchenleadern, die vor allem mittlere und grosse Unternehmen im Auge haben, offerieren immer mehr Hersteller kostengünstige NAS-Geräte mit mehreren Festplatten-Slots, die sich in verschiedenen RAID-Varianten konfigurieren lassen – darunter auch solche wie Zyxel, die bisher mit Speicher nichts am Hut hatten. Derartiges
Equipment eignet sich vor allem im Kleinunternehmen als Basis für die Datensicherung. Auch InfoWeek wird sich der Thematik annehmen: In einer der nächsten InfoWeek-Ausgaben verschafft ein ausführlicher Vergleichstest Übersicht im Dschungel der Angebote und zeigt, was die Produkte taugen.

(ubi)

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