Roger Stupf, Co-Projektleiter UniCMS

«Für das UniCMS kamen nur Open-Source-Lösungen in Frage.»

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2004/14

     

Herr Stupf, für das neue UniCMS setzen Sie auf Apache Lenya mit Bitflux-Editor. Wurden auch andere Varianten evaluiert?

Das UniCMS wurde öffentlich ausgeschrieben. Wir erhielten
sieben Offerten auf Basis von OpenCMS, Plone, Typo 3 und eben Lenya, die meisten aus der Schweiz und eine aus Holland.

Kamen auch kommerziell lizenzierte Produkte zum Zug oder war Open Source Bedingung?

Weil wir die Software selbst anpassen und weiterentwickeln wollen, kamen nur Open-Source-basierte Lösungen in Frage. Die Uni Zürich arbeitet im Server/Internet-Umfeld bereits intensiv mit Open Source – Erfahrungen sind also vorhanden.

Was gab letztlich den Ausschlag für die Java-basierte Lösung mit Lenya/Bitflux?

Diese Lösung erfüllte unsere technischen Anforderungen am
besten und passt optimal in die bestehehde Serverlandschaft. Unsere Informatikdienste haben zudem bereits J2EE-Know-how.

Spielt auch Lokalpatriotismus eine Rolle – beide Produkte
stammen ja aus Zürich...


Na ja, «Zürcher Lösung für Zürcher Uni» stimmt nicht ganz, die Projektleiter kommen ja aus den Bündner und Walliser Bergen. Scherz beiseite – das Projekt wurde ja öffentlich ausgeschrieben, und da darf Lokalpatriotismus keine Rolle spielen. Es hat sich aber als sehr praktisch erwiesen, dass die Entwickler in Zürich angesiedelt sind und das Uni-Umfeld gut kennen.

Neue Inhalte geben die Mitarbeiter bequem über den Editor ein. Wie werden bestehende Seiten übernommen?

Die Migration erweist sich als nicht sehr einfach: In bestehenden Seiten sind Inhalt, Design und Funktionalität eng verzahnt; im CMS herrscht strikte Trennung von Content und Design. Es ist schwierig, automatische Migrationsmechanismen zur Verfügung zu stellen.

Wäre es dann nicht einfacher, stattdessen die ganzen Inhalte im neuen CMS nochmals neu zu erfassen?

Ich denke, es lohnt sich, bei der Migration ins UniCMS die bestehende Website gründlich zu revidieren. Häufig ist ein Teil der Informationen sowieso veraltet und eine neue Struktur drängt sich auf.

Sparen Sie gegenüber der früheren Struktur mit eigenem Webmaster für jedes Institut und durch die effizientere Bewirtschaftung der Websites Stellen ein?

Ich glaube, es wird vor allem eine Verlagerung des Arbeitsaufwands vom technischen Webmaster in Richtung Inhaltsanbieter geben. Bei der Erstellung einer neuen Website, beim Redesign und für die Autorenbetreuung wird es aber weiterhin eine Person mit gründlichen Web-Publishing-Kenntnissen brauchen.

(ubi)


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