Virenschutz: Das notwendige Übel

Virenschutz: Das notwendige Übel

15. Oktober 2001 - Umfassender Virenschutz ist nicht gratis, aber in Zeiten grassierender Verbreitung böswilliger Programmcodes über das Internet unerlässlich – mit Ausnahmen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2001/36

Täglich werden 400 neue Viren entdeckt, wie Symantec bereits Ende 2000 in einer Pressemitteilung festhält. Vom klassischen Virus in Form einer Programmdatei, der angeblich erstmals 1996 von zwei über Softwareklau erzürnten Entwicklern gleichsam als Rache programmiert wurde und sich vornehmlich über Disketten verbreitete, bis zum aktuellen Nimda mit multilateralen Angriffsmechanismen und rasend schneller Internetvermehrung treiben Viren, Trojaner und Würmer allenthalben reichste Blüte. Oft spricht man auch von "malicious code" oder "Malware".



Kein Wunder, dass die Hersteller von Virenschutzsoftware und anderen Security-Lösungen auch dieser Tage meist erfreuliche Zahlen schreiben und weniger von der IT-Krise betroffen sind als manch anderer Softwarezweig. Ohne ihre Produkte, so die Antivirus-Industrie, komme heute vom Privatarbeitsplatz bis zum Unternehmensnetzwerk keine IT-Infrastruktur mehr aus. Dementsprechend gross ist die Produktevielfalt; sie reicht von kostenlosen Einzelplatzpaketen bis zu serverbasierten, zentral administrierbaren Gesamtlösungen mit Komponenten für Workstations, Server und Firewalls.


Leben ohne Virenschutz möglich...

Es ist durchaus möglich, auf Virenschutzprogramme ganz zu verzichten. Der Autor zum Beispiel arbeitet seit Jahren auf ungeschützten Windows-PCs; seine geistige Zurechnungsfähigkeit wird deshalb gelegentlich angezweifelt.



Wohlgemerkt: Die Workstation steht nicht etwa isoliert in einem sterilen Operationssaal, sondern ist per DSL-Standleitung ans Internet angeschlossen und wird für E-Mail ebenso genutzt wie für ständige Software-Downloads. Das Resultat nach langjähriger Virenschutz-Abstinenz: Eine kürzliche vollständige Systemüberprüfung mit speziell zu dieser Gelegenheit installiertem Norton Antivirus wies unter über 108'000 Dateien gerade mal ein mit einem harmlosen Scherzvirus infiziertes File aus, das problemlos sofort gelöscht werden konnte.



Möglich ist diese ungeschützte Virenfreiheit nur dank eiserner Disziplin und einiger Software-technischer Massnahmen: Als E-Mail-Client wird eine nicht-VBS-fähige Shareware genutzt; Attachments mit ausführbarem Code werden grundsätzlich nicht geöffnet - EXE-Dateien werden auch von bekannten Absendern nicht akzeptiert. Ähnliches gilt für Office-Dokumente mit Makros: Hier wird prinzipiell nur das nackte Dokument betrachtet und die Makroausführung beim Öffnen deaktiviert. Ausserdem ist im Mailprogramm die Anzeige von HTML-Mails unterbunden - damit können auch beim blossen Betrachten einer eingehenden Meldung keine schädlichen Scripts ablaufen.



 
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