Neunte Schnüffler-Awards

24. Oktober 2008

     

Der Krankenkasse CSS, dem Sicherheitsunternehmen Securitas und der Fachgruppe 9 der Staatsanwaltschaft Basel wurden vergangene Woche je ein Big Brother Award verliehen. Die Ehre ist allerdings zweifelhaft, erhielten sie die Auszeichnung doch für schwerwiegende Datenschutzverletzungen.


Die Fachgruppe 9 der Basler Staatsanwaltschaft, die für den Staatsschutz zuständig ist, erhielt den Award in der Kategorie «Staat». Im Juni 2008 wurde bekannt, dass die Beamten der Fachgruppe 9 Informationen über sechs Mitglieder des Basler Parlaments sammelten und diese Daten an den Dienst für Analyse und Prävention (DAP) weiterleiteten, den Inlandgeheimdienst der Bundespolizei.




In der Kategorie Business wurde die Abteilung «Investigation Services» der Securitas ausgezeichnet, weil sie die kritischen Gruppierungen attac und GAP aus Lausanne mit verdeckten Spitzeln infiltrierten. Der Preis in der Kategorie «Arbeitsplatz» ging derweil an die CSS, weil sie einen Service für eine umfassende Absenzen-Koordination anbietet. Unternehmen können die Kontrolle über Absenzen an die Krankenkasse auslagern, welche die betroffenen Mitarbeiter dann kontaktiert, zuerst telefonisch, dann zu Hause.



Auch positive Bemühungen für den Datenschutz fanden an den Big Brother Awards Anerkennung. Der «Winkelried Award» ging an die Bürgerinitiative «Bündnis Luzern für Alle», die sich gegen Videoüberwachung wehrte. Für sein Lebenswerk wurde Kurt Trolliet ausgezeichnet, Staatsschutzbeamter der Kantonspolizei Bern. Er habe sich durch besonders hartnäckige Schnüffelbemühungen ausgezeichnet. Zu früheren «Gewinnern» gehören unter anderem Swisscom und Orange.

(abr)



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