Green IT: Ein Ding der Unmöglichkeit

Green IT: Ein Ding der Unmöglichkeit

12. September 2008 - Green IT verspricht Kosteneinsparungen und CO2-Reduktion beim Server-Einsatz. Tatsächlich lässt sich beides nur bedingt erreichen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2008/16

Glaubt man den IT-Herstellern, können die Unternehmen über den Einsatz ihrer Hard- und Softwareprodukte gleich zweifach sparen: an Kosten und am Ausstoss klimaschädlicher CO2-Emissionen. Grund genug, den tatsächlichen Effekten einer sogenannten Green IT nachzugehen. Die Paradedisziplin dafür ist die Server-Technologie. Sie soll das IT-Budget und das Klima besonders entlasten.


Energieverschwendung allenthalben

In den Rechenzentren wird erheblich Energie vergeudet. Das Marktinstitut Experton Group bringt die Ursache der Vergeudung auf den Punkt. Nach ihrer Studie wurden im deutschsprachigen Bereich erst 15 Prozent der installierten Server virtualisiert. Die Folge: zu viele unzureichend ausgelastete Server-Kapazitäten als Stromabnehmer. Die einzelnen Server wurden bisher an den Lastspitzen der Applikatio­nen ausgelegt, was zu Normalzeiten unweigerlich zu einer erheblichen Kapazitätsvergeudung führt. Dieser Status quo schlägt voll auf die Stromabrechnung und den CO2-Ausstoss durch – zumal schlecht ausgelastete Server fast ebenso viel Strom verbrauchen wie solche unter Voll-Last.



Dabei bleibt es nicht. Zu viele installierte Server ziehen zu viele Zusatzgeräte für Cooling und Power nach sich. Sie treiben zu Lasten des IT-Budgets und des Klimas den Stromverbrauch zusätzlich in die Höhe. Schon heute macht in vielen Rechenzentren der Stromverbrauch 30 bis 40 Prozent der gesamten Server-Betriebskosten aus. Diese Ausgangssituation trifft die Unternehmen allerdings umso härter, zumal die Stromkosten stark steigen. Somit steht zu befürchten, dass sich ihr Anteil allmählich der 50-Prozent-Marke gemessen an den gesamten Server-Betriebskosten annähern wird.



Derart sensibilisiert, gehen Insider in den Unternehmen von einem starken Server-Virtua­lisierungsschub aus. Er soll helfen, mit der Ka­pazitätsvergeudung der Vergangenheit aufzuräumen, gleichzeitig die Weichen für einen künf­tig effizienteren Umgang mit Energie zu stellen.



Auch die Hersteller sehen damit die Stunde für sich gekommen, unter der Flagge von Green IT für den Absatz ihrer neuen Server-Generation in Quad-Core-Prozessor-Technologie zu werben. Sie sprechen von einer besseren Leistungsausbeute pro Watt gegenüber der Vorgängerversion um bis zu Faktor 3. Auch ihre neuen Geräte für Power und Cooling sollen sorgsamer mit Energie umgehen. Eine ganzheitliche Betrachtung, Überwachung und Steuerung der kompletten Server-Installation einschliesslich der Peripheriegeräte über entsprechende Managementsysteme soll zusätzliche Energieeinsparungen bringen.

 
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