Cloud-Anbieter noch rar gesät

Cloud-Anbieter noch rar gesät

29. März 2010 - Obwohl alle von der Cloud reden, gibt es erst wenige Anbieter von «echten» Cloud-Diensten, von klassischen SaaS- und Outsourcing-Angeboten einmal abgesehen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/04
Bei Cloud Computing werden die IT-Ressourcen typischerweise über ein Web-Interface verwaltet – hier die Konsole von Amazon EC2. (Quelle: Vogel.de)

Kaum ein Anbieter von Hardware, Software oder IT-Dienstleistungen spricht heute nicht von Cloud Computing. Und wie bei vielen Modebegriffen ist meist nicht klar, was eigentlich genau gemeint ist. «Vieles, was derzeit im Markt unter dem Label Cloud gehandelt wird, darf man getrost als Mogelpackung bezeichnen», stellt Senior Analyst Steve Janata vom deutschen Marktforschungsunternehmen Experton Group fest. Wirkliche Cloud-Angebote seien noch eher rar gesät – denn oft würden Outsourcing-Services einfach als Cloud Computing deklariert, um auf der aktuellen Welle mitzureiten.


Bei Cloud Computing werden die IT-Ressourcen typischerweise über ein Web-Interface verwaltet – hier die Konsole von Amazon EC2. (Quelle: Vogel.de)
(Quelle: Vogel.de)


Cloud oder nicht Cloud

Es gibt bis heute keine in Stein gemeisselte Definition vom Cloud Computing. Grob gesehen bezeichnet der Begriff einen Ansatz zur Bereitstellung von IT-Ressourcen ausserhalb des konventionellen firmengebundenen Rechenzentrums. Konkreter müssen für echtes Cloud Computing die folgenden Bedingungen erfüllt sein:


? Ressourcen wie Rechenkapazität, Betriebssystem-, Entwicklungs- und Laufzeitplattformen, einzelne Services oder Anwendungssoftware werden von einem Provider zentral bereitgestellt und über ein Netzwerk bezogen.

? Die Bereitstellung erfolgt in einer Multi-Tenant-Umgebung, die viele Bezüger gleichzeitig bedient.


? Die Ressourcen können dynamisch nach Bedarf bezogen werden, wobei insbesondere auch kurzfristig stark erhöhte Bezüge möglich sind.

? Die Abrechnung erfolgt nutzungsabhängig in exakt definierten Einheiten, üblicherweise fein granuliert, so dass nur wirklich genutzte Dienste verrechnet werden.


? Bereitstellung und bezügerseitige Verwaltung erfolgen vollständig automatisiert –Cloud-Ressourcen lassen sich über ein Web-Interface buchen, in Betrieb nehmen und administrieren, ohne dass auf Seite des Providers ein manueller Eingriff nötig ist.


? Das Angebot ist nicht auf einen bestimmten Bezüger massgeschneidert, sondern steht prinzipiell allen berechtigten Bezügern offen: Zweck, Art und Umfang der Nutzung werden allein durch den Bezüger beziehungsweise die aktuelle Nutzungssituation festgelegt und sind für den Provider somit transparent.


Unsere Definition ist bewusst allgemein gehalten: Der «Provider» kann ein öffentlicher Cloud-Anbieter wie Amazon sein (Public Cloud) oder aber die unternehmenseigene IT-Abteilung, die das Cloud-Angebot firmenintern zur Verfügung stellt – in diesem Fall spricht man von einer Private Cloud. Mischformen sind ebenfalls denkbar (Hybrid Cloud). Dementsprechend kann es sich beim «Netzwerk» um das Internet oder ein geschlossenes firmeneigenes oder firmenübergreifendes Netz handeln. Und auch beim «Bezüger» sind alle Varianten von einem Gesamtunternehmen über die Abteilung bis zum Privatanwender möglich.


Mit dieser Definition wird auch klar, dass bei einem klassischen Outsourcing nicht von Cloud Computing gesprochen werden sollte. Dabei geht es stets um kunden- oder sogar projektspezifisch exakt festgelegte Dienstleis-tungen, die im Allgemeinen über die blosse Bereitstellung von IT-Ressourcen hinausgehen und eine nicht anonyme Beziehung zwischen Kunde und Anbieter voraussetzen.

 
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