Grün telefonieren und dabei sparen

Grün telefonieren und dabei sparen

30. November 2009 - Die grösste Herausforderung bei der VoIP-Einführung ist die Aufrechterhaltung der Sprachqualität. Über die dazu nötigen Switches können aber auch Betriebskosten gesenkt werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/12

Auch wenn Jörg Halter von der Telekomberatung Ocha den Schweizer Telekom-Markt im aktuellen «Bilanz»-Telekom-Rating 2009 als «langweilig» bezeichnete, heisst das nicht, dass dort nichts passiert. So stiess beispielsweise in der diesjährigen Rangfolge im Bereich Fixnetz der Anbieter E-Fon den Dauersieger Colt nach sechs Jahren vom Thron. Mit einem reinen VoIP-Anbieter auf dem Spitzenplatz wird deutlich, dass die Technologie zum Telefonieren über Datennetze ihren Kinderschuhen entwachsen und endgültig in der realen Welt angekommen ist.


Doch nicht nur Netzbetreiber setzen heute auf VoIP, um ihre Kosten im Vergleich zu leitungsvermittelten Netzwerken zu senken. Auch Unternehmen haben die Vorteile erkannt und stellen ihre Telefoninfrastruktur sukzessive um. Damit sich die Mitarbeiter nach ihrem ersten VoIP-Gespräch nicht wieder in die Anfangszeit der Telefonie zurückversetzt fühlen, gibt es ein paar Dinge zu beachten.


Sprachqualität bei VoIP

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Qualität einer Sprachverbindung in einem Datennetz beeinflussen. Zu den wichtigsten gehören ausreichend Bandbreite und möglichst geringe Latenz. Grundsätzlich muss einem Telefongespräch über ein Datennetzwerk zu jeder Zeit ausreichend Bandbreite zur Verfügung stehen. Hierbei helfen beispielsweise die Reservierung einer Mindestbandbreite für VoIP sowie Priorisierungsfunktionen in den Netzwerk-Switches wie Class of Service (CoS), Port-Priorisierung, Dienste-Priorisierung und IEEE 802.1p-Unterstützung. Unternehmen sollten also bereits vor der Einführung von VoIP sicherstellen, dass ihre Netzwerkinfrastruktur die Kennzeichnung von Sprachpaketen erlaubt, damit dann Quality-of-Service-Mechanismen (QoS) in den Switches Sprachdaten den Vorrang vor weniger zeitkritischen Daten wie zum Beispiel E-Mails geben können.

Der zweite wichtige Faktor ist die Verzögerung bei der Übermittlung von Datenpaketen, auch Network Packet Delay oder Latenz genannt. Er beschreibt die Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um von seinem Startpunkt durch das Netzwerk zu seinem Ziel zu gelangen. Jede Station auf dem Weg – beispielsweise Switches, Router oder Firewalls – sowie die Länge des Wegs selbst erhöhen diesen Wert. Hier unterscheiden sich die Geräte verschiedener Hersteller stark, so dass man bei der Komponentenauswahl der lastabhängigen Latenz besondere Aufmerksamkeit schenken sollte. Ebenfalls zur Latenz trägt der so genannte Jitter bei. Damit bezeichnet man die Varianz der Laufzeit von Datenpaketen vom Sender zum Empfänger. Um grossen Schwankungen entgegenzuwirken, gibt es sogenannte Jitter-Puffer in den Sprachanwendungen. Diese glätten zwar den Paketfluss, fügen aber der Verbindung selbst Latenz hinzu. Die ITU-T (Internatio-nal Telecommunication Union) empfiehlt eine Einwegverzögerung inklusive der durch die Endgeräte verursachten Latenz von maximal 150 ms.

 
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