Ergänzungsfach Informatik setzt sich langsam durch

Ergänzungsfach Informatik setzt sich langsam durch

7. September 2009 - Seit dem Schuljahr 2008/2009 dürfen Schweizer Gymnasien das Ergänzungsfach Informatik anbieten. Im August 2008 haben vor allem Schulen aus den Kantonen Bern und Aargau mit dem neuen Fach begonnen, ab August 2009 wird es in 15 von 26 Kantonen bzw. Halbkantonen mindestens an einzelnen Schulen durchgeführt. Es gibt aber immer noch empfindliche Lücken und erhebliche regionale Unterschiede.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/09

Trotz ihrer Allgegenwart und ihrer grossen Bedeutung für Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung und Forschung fristet die Informatik als Leitwissenschaft in den Lehrplänen der Volksschule und der Mittelschule sowie in der Berufsschule nur ein Schattendasein. Mit der Einführung des gymnasialen Ergänzungsfachs Informatik ab dem Schuljahr 2008/2009 hat sich die Lage zwar deutlich verbessert, der derzeitige Zustand bleibt jedoch unbefriedigend.


Die gesamtschweizerische Erhebung zeigt, dass das Ergänzungsfach Informatik allgemein auf gutem Wege ist. Einige Kantone haben sehr schnell gehandelt und den frühest möglichen Zeitpunkt für die Einführung gewählt (Schuljahr 2008/2009), andere Schulen bevorzugen ein gemächlicheres Vorgehen. Entscheidend ist dabei, dass im Ergänzungsfach nicht kurzlebige Anwendungskenntnisse, sondern dauerhafte Grundlagen vermittelt werden.

Im Mittelpunkt des Ergänzungsfachs Informatik stehen – wie in der Mathematik oder der Physik – die Informatikgrund-lagen (vor allem die Programmierung) und nicht etwa die Informatikanwendungen (Umgang mit dem Rechner). Es müssen also Hintergründe und Zusammenhänge und nicht Handhabungsfertigkeiten vermittelt werden. Ausschlaggebend ist ferner, dass gut ausgebildete Informatiklehrpersonen zur Verfügung stehen. Und unabdingbar ist die Aufwertung der Informatik zu einem gymnasialen Schwerpunkt- bzw. Grundlagenfach.


Herbert Bruderer, Geschäftsführer des Ausbildungs- und Beratungszentrums für Informatikunterricht (ABZ) der ETH Zürich


Interessenten erhalten den ausführlichen Situationsbericht bei Herbert Bruderer: herbert.bruderer@inf.ethz.ch.



ETH Zürich: Beratung für Informatikunterricht


Um den Ausbildungsnotstand in der Schweiz zu lindern und den Nachwuchs zu fördern, hat die Professur für Informationstechnologie und Ausbildung der ETH Zürich ein Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht (ABZ) gegründet. Es bietet u.a. Informatikunterricht an ausgewählten Mittelschulen und Veranstaltungen für die Weiterbildung von Informatiklehrkräften an. Das ABZ hat einen ausführlichen Lehrplan für das Ergänzungsfach Informatik erarbeitet. Es führt Programmierkurse für Kinder und Jugendliche durch. Die ETH bietet zudem für das neue Ergänzungsfach Informatik einen besonderen Zertifikatslehrgang Informatik für Lehrkräfte an. Weitere Angaben sind auf der Webseite www.abz.inf.ethz.ch zu finden. Das ABZ ist Teil des Kompetenzzentrums «Lernen und Lehren in Technik, Naturwissenschaften und Mathematik» der ETH Zürich.

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