Der Weg in die IT für Berufsumsteiger

Der Weg in die IT für Berufsumsteiger

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
Seite 1
30. März 2019 -  Wer quer in die IT-Branche einsteigen will, für den ist die Ausbildung als Informatiker EFZ für Berufsumsteiger sicherlich ein sinnvoller, wenn auch kein leichter und günstiger Weg.
Als ausgebildeter Informatiker ist man eine begehrte Fachkraft auf dem heutigen Arbeitsmarkt – zumindest bis zu einem gewissen Alter (siehe Artikel ab Seite 53). Wer sich allerdings nicht für den klassischen Weg einer Lehre oder eines Informatik-Studiums entschieden hat und quer in die Informatikbranche eingestiegen ist beziehungsweise einsteigen will, dem fehlt ein entscheidendes Puzzleteil in seinem CV – nämlich der Abschluss. Jedoch ist das Schweizer Bildungssystem mobil genug, damit auch diesen Quereinsteigern die Türen zu ­einem anerkannten Titel nicht verschlossen bleiben. Der Ausbildungsweg heisst hier: Informatiker EFZ (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) für Berufsumsteiger. Diese Ausbildung richtet sich an "interessierte junge Erwachsene, die bereits eine Erstausbildung abgeschlossen haben und ihre Zukunft als Informatiker sehen", wie Rolf Ryser, Schulleiter Grundbildung bei der Stiftung Wiss – eine der Ausbildungsstätten, welche den Informatiker EFZ für Berufsumsteiger anbietet – erklärt. Laut Ryser sollte ein Interessent maximal 35 Jahre alt sein, was allerdings lediglich eine Empfehlung ist. Gilbert Bork, Head of Marketing an der Bénédict Schule – einem weiteren Anbieter –, erklärt diesbezüglich, dass es keine Altersbeschränkung nach oben gibt. Er fügt dafür an, dass sich der Lehrgang "verkürzte Berufslehre Informatiker EFZ für Berufsumsteiger" in erster Linie an Personen mit einer abgeschlossenen 3- oder 4-jährigen Lehre (EFZ) oder BMS oder einer gymnasialen Maturität richtet. Barbara Jasch, Geschäftsführerin beim Zürcher Lehrbetriebsverband ICT (ZLI), ergänzt zum Thema Alter ebenfalls, dass es keine Beschränkung gibt. "In der Regel sind die Teilnehmenden von Mitte Zwanzig bis Vierzig. Einzelfälle waren auch schon über 50 Jahre alt, denn die Investition lohnt sich alleweil, wenn danach noch zehn Jahre produktiv gearbeitet werden kann." Ansonsten sagt Jasch zu den Voraussetzungen nur, dass das Flair für die gewählte Fachrichtung, grosse Motivation, eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren, und auch die nötigen kognitiven Fähigkeiten mitgebracht werden müssen.

Job in der IT zwingend

Eine weitere Anforderung für die berufsbegleitende Ausbildung ist allerdings, dass man in der IT tätig ist. Dies ist allerdings nicht von Beginn weg zwingend. Laut Gilbert Bork von Bénédict ist die Tätigkeit in der IT Voraussetzung für die Prüfungszulassung. Zudem sei eine "individuelle praktische Arbeit" (IPA) Bestandteil der Abschlussprüfung. "Aber erst nach sechs Monaten muss eine Stelle in der IT angetreten werden." Das bestätigt auch Rolf Ryser von Wiss. "Vor dem Ausbildungsbeginn muss man nicht zwingend in der IT arbeiten." Ein Vorteil sei aber, wenn man bereits erste Berufserfahrung mitbringen kann. Und: "Wichtig ist dann, dass man ab dem zweiten Semester in einem qualifizierten Praktikum die Kenntnisse in der Praxis anwenden und vertiefen kann." Und Bedingung ist, dass man ab dem dritten Semester zu 100 Prozent in einem Betrieb arbeitet. Ryser ergänzt hierzu, dass auf der Suche nach einer Praktikumstelle das Alter ein nicht zu unterschätzender Punkt ist – darum seine Empfehlung, die Ausbildung bis maximal 35 zu beginnen.

Derweil präzisiert Barbara Jasch zur Tätigkeit in der IT, dass das EFZ nur dann erteilt wird, wenn mindestens 220 Tage im gelernten Beruf gearbeitet wurde. Und auch sie führt die IPA ins Feld, mit der die Berufsbefähigung in den ICT-Berufen unter Beweis gestellt wird. Diese IPA zählt bei der Quereinsteigerlehre 40 Prozent (ansonsten 30%) zum Qualifikationsverfahren.
 
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