CIO-Interview: "Knappe Mittel zwingen uns, schlank zu bleiben"

CIO-Interview: "Knappe Mittel zwingen uns, schlank zu bleiben"

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
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Ich möchte nochmals auf die hohen Ansprüche Ihrer Nutzer zu sprechen kommen. Sind diese auch höher als beispielsweise in einer Bank, wo Sie vorher tätig waren?
Was die Forschenden und die Studierenden angeht, ist das so, beispielsweise was die Erwartungen an die Nutzerfreundlichkeit angeht oder die Gerätevielfalt. Bring your own Device mussten wir an der Uni nicht einführen, das wird von Studierenden und Mitarbeitenden erwartet. Standard­arbeitsplätze gibt es relativ wenige, unsere Lösungen müssen darum webfähig sein und auf allen Plattformen funktionieren.

Welche Herausforderungen bringt BYOD sonst noch mit, und welche Trends sehen Sie bei den Geräten der Studenten?
Mobilität ist ein Muss, und Studierende bringen häufig je drei Geräte in die Vorlesungen, was bei bis zu 600 Studierende in einer Vorlesung natürlich das WLAN-Netz fordert. Um den Supportaufwand möglichst gering zu halten, muss unser Anspruch an unsere Lösungen sein, dass sie möglichst einfach und selbsterklärend sind und dadurch ohne Support auskommen. Zu Ihrer Frage nach Trends: Geräteseitig ist Apple weit verbreitet, die Mobilität habe ich bereits erwähnt, ein grosser Teil der Studierenden arbeitet nur noch mit Tablets, nicht mit Notebooks. Und elektronische Hand-Notizen nehmen in dem Zusammenhang stark zu. Das alles gilt sowohl für Studierende wie auch für Mitarbeitende.

Jedes Jahr beginnen Tausende neue Studenten an der UZH, gleich viele verlassen die Uni. Wie muss man sich das Onboarding vorstellen?
Inzwischen läuft dieses Onboarding weitgehend elektronisch und automatisiert. Die Studierenden können sich elektronisch immatrikulieren, sich für Semester einschreiben, Module buchen und so weiter. Allerdings ist das noch nicht sehr lange so, und es gibt auch heute noch zahlreiche Spezialfälle, die man nicht ­automatisieren kann – bei internationalen Studierenden etwa, wo abgeklärt werden muss, ob sie überhaupt hier studieren dürfen. Hier braucht es nach wie vor manuelle Prozesse.
Aber letztlich ist es schon so: Sie sind IT-Leiter über rund 26’000 Studierende und rund 9000 Forschende und Mitarbeiter?
Ja und Nein. Wie gesagt ist die UZH eine stark dezentrale Organisation, sowohl bezüglich Kultur als auch der Funktionsweise. In den 150 Instituten gibt es überall auch autarke IT-Verantwortliche – teils eine Person im Nebenamt, teils mehrere IT-Mitarbeitende. Das ist auch gut und richtig so, denn diese Mitarbeitenden sind näher an den teils sehr spezifischen Anforderungen der Institute. Nebst den rund 190 IT-Mitarbeitenden beziehungsweise 145 Vollzeitstellen, die für die zentrale IT tätig sind, gibt es nochmals rund 120 IT-Vollzeitstellen in den Instituten.

Wie ist Ihr zentrales Team zusammengesetzt?
Relativ klassisch. Es gibt ein Team, das sich um die Infrastruktur kümmert, je eines für die grossen Applikationsblöcke SAP und E-Learning und eines für die Benutzerdienste und weitere Applikationen. Aussergewöhnlich ist sicherlich das Team, das sich um Science-IT kümmert – ein Mix aus Beratung, Dienstleistung und Infrastruktur-Bereitstellung, alles so nah wie möglich an der Forschung. Über dieses Team, aktuell 17 Personen, bieten wir unter anderem Zugang zu Supercomputing am CSCS, betreiben eine grosse Science Cloud mit viel Compute Power, die die Forschenden nutzen können, und sind auch direkt in Forschungsprojekte involviert.
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