Eine schlaue Kamera

Gadget – Huawei Mate 20 Pro

Eine schlaue Kamera

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/11
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Drinnen steppt der Bär

Die AI-Features werden durch das Innenleben des Mate 20 Pro ermöglicht, dessen Spezifikationen auf dem Papier überzeugen: Im Gerät arbeitet der Kirin 980, der neue High-end-Chip aus dem Hause Huawei selbst. Dieser soll, so der Hersteller, die Kennzahlen des aktuellen Chip-Platzhirschs Snapdragon 845 sowohl bezüglich Leistung als auch Energieverbrauch locker toppen. Der Chip ist laut Huawei das erste 7-Nanometer-Ein-Chip-System (SoC) weltweit, darin arbeiten vier Cortex-A76-Kerne, jeweils zwei mit 2,6 und 1,92 GHz und vier weitere Cortex-A55-Cores mit 1,8 GHz. Auch das Cat.21-LTE-Modem ist top, mit bis zu 1,4 Gbps Download-Speed, wie der Hersteller verspricht. Im Test war es schwer, den Prozessor oder die 6 GB Arbeitsspeicher zu überlasten. Selbst bei längeren leistungsintensiven Aufgaben, wie etwa 3D-Spielen, wird das Gerät nur geringfügig warm. Sowohl Framerate wie auch Ladezeiten blieben stets stabil.

Das Mate 20 Pro kommt mit 128 GB internem Speicher, der mit einer Nano Memory Card auf 256 GB aufgestockt werden kann. Das Nano-Memory-Card-­Format wurde übrigens von Huawei entwickelt, hat das Format einer Nano-­SIM-Karte und soll ein neuer, offener Standard sein. Huawei hofft, dass auch andere Hersteller in die Produktion des neuen Formats einsteigen werden. So sollen Benutzer zukünftig selbst wählen können, ob weitere Steckplätze für erweiterte Speicherkapazität oder eine weitere SIM-Karte verwendet werden sollen. Bis es soweit ist, zwingt der neue Standard im Mate 20 Pro zum Kauf einer solchen Nano-SIM, wenn man eine Speichererweiterung wünscht.

Ist es wirklich kein Kochfeld? Jein.

In der Praxis fügt sich das Mate 20 Pro dank intuitiver Usability und vorinstalliertem Android-Pie-Betriebssystem gut in den Alltag ein. Der Launcher ist funktional und die Menge an installierter Bloatware einigermassen überschaubar, wenn auch, für unseren Geschmack, immer noch zu viel. Die vorinstallierte Software ist also erträglich, trotzdem haben wir während dem Test allzu bald einen neuer Launcher installiert.

Beeindruckend ist hingegen der Akku mit seinen Extras: Das 4200-mAh-Monstrum hält bei ziemlich reger Nutzung locker zwei Tage durch und soll mit dem mitgelieferten 40-Watt-Ladegerät in einer halben Stunde von null auf 70 Prozent geladen werden können, was sich im Test als recht akkurat herausgestellt hat. Auch Wireless Charging mit 15 Watt ist bei Huawei nun endlich an Bord, der chinesische Hersteller legt aber noch eine Schippe oben drauf: Dank Reverse-Charging kann das Mate 20 Pro anderen Geräten mit Qi-Standard per Induktion Akku spenden. Das Gerät ist somit doch so was wie ein Kochfeld, aber nicht wegen der Kamera. Während sich die Ladeleistung beim Reverse Charging natürlich in Grenzen hält, wird es aber sicher reichen, damit die Begleitung das SBB-Billet gerade noch vorzeigen kann. Durchaus ein nützliches Feature aus der Kategorie "Retter in der Not".

Ein Mate für Sparfüchse

Das Mate 20 Pro kommt im Duett mit dem Mate 20 auf den Markt. Für einen kleineren Preis können Käufer vom starken Chip profitieren, verzichten aber auf abgerundete Bildschirmkanten, Face-Scanner, Reverse Charging, IP68-Standard und müssen sich mit einem 1080p-LCD-Panel sowie einem Akku mit "nur" 4000 mAh begnügen. Die Kamera wartet zwar mit dem identischen Feature-Katalog auf, liefert aber weniger Megapixel als das Mate 20 Pro. Die Einsparung gegenüber dem Premium-­Modell beträgt 200 Franken. (win)
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