"Kunden möchten die Zahl der Partner reduzieren"

"Kunden möchten die Zahl der Partner reduzieren"

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/04
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30. März 2019 -  Die Schweiz ist um einen IT-Services-Anbieter reicher: Drucker­spezialist Ricoh bietet ab sofort auch Infrastruktur-Dienste, gemanagte ­Arbeitsplätze und mehr. Toni Fuchs, Head of IT & Digitalisation Services bei Ricoh Schweiz, erklärt Angebot und Strategie.
"Swiss IT Magazine": Per 1. April 2019 tritt Ricoh neu als IT-Service-Anbieter auf. Was gehört im Verständnis von Ricoh alles zu IT-Services, was umfasst Ihr Angebot?
Toni Fuchs: Es ist richtig, dass wir per 1. April mit IT-Services starten, allerdings ist das Thema für Ricoh nicht komplett neu. Mit unseren Print-Services waren wir bereits zuvor im IT-Umfeld tätig, auf Servern, mit Applikationen und vielem mehr. In dem Zusammenhang wurden wir auch immer wieder von Kunden angegangen mit der Frage, ob wir im Sinne eines One-Stop-Anbieters nicht auch weitere Services für sie übernehmen können. Vor diesem Hintergrund habe ich meinen Job im Juni 2018 angetreten, das Portfolio analysiert und in den letzten Monaten dann mit entsprechenden Services komplettiert. Um aber auf Ihre Frage zurückzukommen: Unser Angebot umfasst schwerpunktmässig Private Cloud Services aus der Ricoh Cloud, basierend auf unserer eigenen Infrastruktur in zwei Datenzentren in der Schweiz. Hinzu kommt der ganze Workplace-Services-Bereich, wo wir mit unserem Druckergeschäft bereits nahe am Thema sind. Wir bieten hier das komplette Spektrum an Workplace-Management, inklusive Roll-out- und Betrieb. Abgerundet wird das Ganze durch die Applikationsseite, wo wir uns vor allem in den Bereichen Dokumentenmanagement und Enterprise Content Management positionieren. Damit sind wir überzeugt, dem Kunden eine End-to-end-Lösung offerieren und als Single Point of Contact auftreten zu können.

Applikationen sind ein gutes Stichwort. Wie weit gehen Ihre Services hier? Hilft mir Ricoh auch, wenn ich als Kunde beispielsweise ein Problem mit meiner SAP-Installation habe?
Wenn es ausschliesslich um SAP geht, verweise ich sie gerne an einen SAP-Partner. Wenn es aber darum geht, die passende Infrastruktur aufzubauen und SAP einfach eine Applikation ist, die auf dieser Infrastruktur laufen soll, dann ist das sicherlich unser Thema. Wobei wir SAP nicht selbst machen, sondern einem Partner weitergeben würden. Ambitionen, ein SAP-Systemhaus zu werden, haben wir aktuell keine.
Wo liegen die Grenzen der IT-Services sonst noch?
Sicherlich im Bereich WAN, hier sind die Telcos die passenden Anbieter. Auch im Applikationsbereich gehen wir vorerst nicht zu sehr in die Tiefe, ausser dort, wo unser angestammtes Geschäft herkommt, also den erwähnten Dokumenten- und Content-Diensten und Print Services.

Sind die IT-Services eine Initiative von Ricoh Schweiz, oder steht der Konzern dahinter?
Die Strategie wurde von Ricoh weltweit festgelegt, kommt also vom Mutterhaus her. Dies vor dem Hintergrund, dass das Druckergeschäft stagniert, die Digitalisierung dafür sorgt, dass weniger Papier produziert wird. Also hat sich Ricoh schon lange Gedanken gemacht, wo der Weg hingehen soll. Und da unsere angestammten Dienstleistungen ohnehin schon nah an der IT angesiedelt sind, macht der Schritt Richtung IT-Services auch Sinn. In zahlreichen anderen Ländern wurde die Strategie bereits umgesetzt, weltweit macht Ricoh bereits 20 Prozent des Umsatzes mit IT- und IT-nahen Dienstleistungen.

Die Konkurrenz unter den IT-Dienstleistern ist gross, auf dem Markt finden sich zahlreiche etablierte Anbieter. Wie will Ricoh hier ein Geschäft aufbauen und bestehen können?
Ricoh hat einen wichtigen Pluspunkt, der letztlich den Erfolg ausmachen wird: Unsere bestehende und vor allem zufriedene Kundenbasis. Ich habe es eingangs erwähnt, Kunden haben immer wieder nach weiterführenden IT-Services gefragt, wir wissen also, die Nachfrage ist da. Denn das Gros der Kunden möchte die Zahl der Partner und damit die Zahl der Schnittstellen reduzieren. Mit unserem erweiterten Portfolio können wir für den Kunden der eine Ansprechpartner für IT-Fragen sein. Hinzu kommt, wir können international tätige Kunden mit Schweizer Hauptsitz bedienen, weil wir selbst weltweit tätig sind, Das können nur wenige Schweizer Anbieter.
 
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